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Corona-Folgen: Weltüberlastungstag um drei Wochen verzögert

An diesem Samstag (22. August) sind weltweit alle erneuerbaren Ressourcen der Erde für 2020 aufgebraucht, drei Wochen später als im vergangenen Jahr. Das hat die Menschheit den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zu verdanken.
Gefällte Bäume reißen ein Loch in den Wald

Die Corona-Pandemie hat den ökologischen Fußabdruck der Menschheit in diesem Jahr schrumpfen lassen. Damit hat sich auch das Datum des so genannten Erdüberlastungstags nach hinten verschoben. Nach wissenschaftlichen Berechnungen sind nun an diesem Samstag (22. August) weltweit bereits alle erneuerbaren Ressourcen der Erde für 2020 aufgebraucht, teilten das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und mehrere Umweltschutzorganisationen mit. Bis Ende Dezember wird die Menschheit deshalb »auf Pump« über ihre Verhältnisse leben.

Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Erdüberlastungstag weltweit allerdings drei Wochen später. Eine solche Verbesserung gab es seit Jahren nicht mehr. Allerdings ist dieser positive Umwelttrend mit fast zehn Prozent weniger Ressourcenverbrauch eine direkte Folge des wirtschaftlichen Corona-Lockdowns in den meisten Ländern. Die wichtigsten Faktoren waren dabei nach PIK-Angaben der Rückgang von Holzverbrauch und CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffe. Letztere machen 57 Prozent des ökologischen Fußabdrucks der Menschheit aus.

Die Berechnung des Weltüberlastungstags ist eine Initiative des Global Footprint Network im Zusammenarbeit mit der britischen York University. Sie basiert auf dem Konzept des ökologischen Fußabdrucks, der zwei rechnerische Größen gegenübergestellt. Auf der einen Seite steht die biologische Kapazität der Erde, Ressourcen aufzubauen sowie Müll und Emissionen aufzunehmen und abzubauen. Auf der anderen Seite steht der für unsere Lebens- und Wirtschaftsweise nötige Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Fischgründen. Im Jahr vor Corona nutzten die Menschen die Natur 1,75-mal schneller, als die Ökosysteme sich regenerieren können. 2020 waren es den neuen Berechnungen zufolge immer noch 60 Prozent zuviel.

(dpa/eli)

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