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News: Weltweite Studie zu Gewalt und Gesundheit

Einer weltweiten Analyse von Daten zufolge leiden Jungen häufiger unter Schlägen oder ähnlichen Misshandlungen als Mädchen, bei denen allerdings die Rate des sexuellen Missbrauchs deutlich höher liegt. Kinder unter vier Jahren sind besonders von schweren Verletzungen oder gar Tod bedroht. Bei den Tätern handelt es sich überwiegend um Männer. Etwa ein Fünftel aller Frauen und fünf bis zehn Prozent der Männer in verschiedenen Untersuchungen wurden als Kinder sexuell missbraucht. Dies berichtet Desmond Runyan von der University of North Carolina in einer Studie der Weltgesundheitsorganisation zu Gewalt und Gesundheit.

Der Forscher wertete Veröffentlichungen und Berichte zu Kindesmisshandlungen aus. Als besondere Schwierigkeit erwies es sich dabei, dass Kindesmisshandlung je nach Staat unterschiedlich definiert wird – während eine Ohrfeige in den USA bereits darunter falle, wird das in anderen Ländern nicht als Kindesmisshandlung betrachtet. Außerdem wertete Runyan es als erschreckend, dass in vielen Ländern gar keine Daten zum Thema vorlagen. Er ruft daher die nationalen Gesundheitsstellen, medizinischen Universitäten und Sozialwissenschaftler dazu auf, eine weltweit akzeptierte Definition zu Kindesmisshandlung auszuarbeiten und durch darauf beruhende Studien die Verhältnisse festzustellen und zu überwachen.

Aufgrund von Gewalteinwirkung sterben jährlich mehr als 1,6 Millionen Menschen. Sie gehört damit zu den führenden Todesursachen unter den 15 bis 44-Jährigen: 14 Prozent der Todesfälle unter Männern beziehungsweise sieben Prozent unter Frauen gehen darauf zurück. Nahezu jede Minute wird ein Mensch durch andere getötet, über die Hälfte von ihnen in bewaffneten Konflikten, nahezu alle 40 Sekunden geschieht ein Selbstmord.

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