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News: Weltweite Wärme vor 12 500 Jahren

Die Analyse eines antarktischen Eisbohrkerns weist auf eine plötzliche weltweite Klimaerwärmung vor etwa 12 500 Jahren hin - ein Ereignis, von dem bisher angenommen wurde, daß es vor allem das Klima der nördlichen Hemisphäre beinflußt hat.

Veränderungen in den Verhältnissen stabiler Isotope, die in einem Eisbohrkern aus dem Taylor Dome im westlichen Ross Sea-Sektor der Antarktis gefunden wurden, sind beinahe identisch mit Ergebnissen aus dem grönländischen GISP 2-Bohrkern aus der gleichen Zeitperiode, erklärt James White vom Institute of Arctic and Alpine Research der University of Colorado at Boulder. Er und seine Kollegen untersuchten Veränderungen in der Methankonzentration der Atmosphäre und die Isotopenverhältnisse von molekularem Wasserstoff in Eisbohrkernen aus Arktis und Antarktis. Die Proben von beiden Polen können über die Methankonzentrationen in der Atmosphäre, die die Erwärmung begleiteten, direkt miteinander verglichen werden, erläutert der Forscher.

Das Team analysierte Gasblasen, die im Eis eingeschlossen waren. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, daß die Temperaturen in der Antarktis vom Ende des Jüngerem Dryas bis zum Beginn des Holozän vor etwa 12 500 Jahren in einem Zeitraum von 50 Jahren um etwa 11 Grad Celsius anstiegen. Der größten Teil des Anstiegs erfolgte in einigen großen Sprüngen, die weniger als ein Jahrzehnt dauerten (Science vom 2. Oktober 1998).

Tiefseesediment-Bohrkerne aus gemäßigten Zonen und Hinweise aus arktischen Eisbohrkernen bestätigen, daß sich am Ende des Jüngeren Dryas das Klima in der nördlichen Hemisphäre rasch erwärmte, erklärt White. Die Menge an Methan – einem Treibhausgas, das vor allem in den Troppen produziert wird –, die in dem Eis aus dem Taylor Dome gefunden wurde, spricht seiner Ansicht nach allerdings für ein globaleres Ereignis. Paläoklimatologen, die bisher davon ausgingen, daß die Klimaerwärmung vor 12 500 Jahren zwar in der Arktis ein Großereignis war, in der Antarktis jedoch nur eine Randerscheinung, müssen umdenken, meint White.

Der Taylor Dome-Bohrkern wurde am südlichen Ende des Kontinents in der Nähe der Ross Sea entnommen. Klimadaten aus Bohrkernen der gleichen Zeitperiode, wie der Byrd- oder der Vostok-Bohrkern aus dem antarktischen Binnenland, passen schlecht zu den Werten aus dem Taylor Dome-Kern. Es gibt keinen Stein von Rosette für Eisbohrkerne, erklärt White: Proben aus verschiedenen Teilen der großen Eisflächen repräsentieren die verschiedenen Klimate in diesen Gebieten. Der Bohrkern aus dem Taylor Dome stimmt zum Teil vielleicht deshalb besser mit den grönlandischen Bohrkernen überein, weil er aus der Nähe der Ross Sea stammt – einem Gebiet aktiven Wärmeaustauschs zwischen Ozean und Atmosphäre.

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