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Theory of Mind: Wer sucht, der findet woanders

Wir suchen Objekte, die andere versteckt haben, eher dort, wo wir sie selbst kaum verschwinden lassen würden.
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Welche Strategien nutzen wir beim Verbergen und Suchen von Objekten? Um das herauszufinden, trieben Wissenschaftler der University of Alberta in Edmonton (Kanada) mit Probanden ein Versteckspiel. Ergebnis: Offenbar suchen wir verborgene Gegenstände vermehrt an Orten, die wir selbst nicht als Versteck nutzen würden.

Das Forscherteam um den Psychologen Eric Legge testeten Versuchsteilnehmer zunächst in einem realen Zimmer. Zwischen Sofas, Bildern und Tischen sollten die Versuchspersonen unter den Fliesen des Zimmers drei Karten verstecken. Die Mitte des Raumes erwies sich dabei eindeutig als beliebtestes Versteck. Als es jedoch ans Suchen ging, vermuteten die Probanden die Karten, die andere Teilnehmer versteckt hatten, eher in den Zimmerecken.

Später absolvierten andere Probanden den gleichen Versuch, durchschritten dabei jedoch keinen realen Raum, sondern bewegten sich in einer virtuellen Kopie am PC. Die Wissenschaftler hatten so die Möglichkeit, Möbelstücke und Lichtverhältnisse flexibel anzupassen. Auch im Computerexperiment wichen die Verstecke von den Orten ab, an denen gesucht wurde. Besonders helle, gut einsehbare Orte stellten aus Sicht der Probanden dabei kein gutes Versteck dar: Auch im virtuellen Zimmer bevorzugten sie die Zimmermitte. Die Karten anderer suchten die Teilnehmer allerdings eher in den dunkleren Winkeln.

Den Forschern zufolge nutzen wir, um fremde Geheimnisse zu lüften, unsere Fähigkeit zur "Theory of Mind": Wir überlegen etwa, wo andere ein Objekt verbergen könnten – und blenden dabei die eigene Wahl aus. Ihre Erkenntnisse wollen Legge und Kollegen nutzen, um der Polizei beim Auffinden von Schmuggelware und Sprengsätzen zu helfen.

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