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Wetter: »Monstersturm« baut sich in den USA auf

Schnee, Blitzeis, arktische Kälte: Die USA bereiten sich auf einen der schwersten Winterstürme seit Jahren vor. Bundesstaaten rufen Notstand aus.
Ein Leuchtturm und ein Steg sind vollständig mit Eis bedeckt, das von den Strukturen herabhängt. Die Wellen des Meeres schlagen gegen die eisbedeckten Pfeiler, während der Himmel im Hintergrund grau ist. Die Szene vermittelt eine kalte, winterliche Atmosphäre.
Das Archivbild zeigt den eingefrorenen Leuchtturm von St. Joseph in Michigan. Erneut werden extrem tiefe Temperaturen erwartet.

Aus Furcht vor den Auswirkungen eines der vermutlich schwersten Winterstürme der vergangenen Jahre in den USA haben ein Dutzend Bundesstaaten den Notstand ausgerufen. Die Maßnahme gelte ganz oder teilweise für Texas, Georgia, South Carolina, North Carolina, Virginia, Maryland, Louisiana, Arkansas, Tennessee, Alabama, Mississippi und Missouri, berichteten US-Medien. 

Begleitet von heftigen Schneefällen und eisigen Winden werde sich der herannahende Sturm über eine Entfernung von rund 3000 Kilometern von New Mexico im Südwesten aus über das Wochenende bis nach Maine im Nordosten erstrecken, warnte der US-Wetterdienst. Medien sprechen bereits von einem »Monstersturm«.

Fluggesellschaften hätten vorsorglich bereits Hunderte Verbindungen abgesagt, hieß es in Berichten. Den Passagieren werde angeboten, kostenlos umzubuchen. Sicherheitshalber hätten auch zahlreiche Schulen für Freitag den Unterricht abgesagt. Befürchtet wird auch, dass es zu massiven Stromausfällen kommt, etwa durch umknickende Bäume oder weil die oberirdischen Leitungen durch das Gewicht von Blitzeis brechen könnten. 

Für rund 160 Millionen Einwohner gelten Wetterwarnungen oder besondere Hinweise. Die Behörden riefen die Menschen auf, ihre Wohnungen möglichst nicht zu verlassen und das Auto stehenzulassen. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul warnte, die erwartete Kälte könne »absolut tödlich« sein. In Teilen von Minnesota und North Dakota könnten die Temperaturen laut Wetterdienst auf minus 45 Grad Celsius fallen.

Verursacht wird der Wintersturm durch das Zusammenspiel zweier Wetterphänomene: Ein weit nach Süden reichender Ausbruch arktischer Luft trifft auf ein Tiefdruckgebiet an der Golfküste, während ein zweites Tief an der Atlantikküste nach Nordosten zieht. Beide bestehen aus relativ warmen und vor allem feuchten Luftmassen. Im Kontaktbereich zwischen der arktischen und den feuchtwarmen, ozeanischen Luftmassen kommt es zu anhaltenden, intensiven Schneefällen. In Gebieten, in denen sich die wärmere Luft stärker durchsetzen kann, bildet sich intensiver Eisregen: Er macht nicht nur Straßen glatt, sondern belastet auch Stromleitungen und -masten, wenn sich dort das schwere Eis zu sehr anreichert.

Nach Durchzug der Tiefs setzt sich in den betroffenen Regionen erneut kalte Luft durch, sodass Schnee und Eis erst einmal anhalten. Im Bereich der Großen Seen tritt zudem der sogenannte Lake-Effekt auf: Kalte, trockene Luft strömt über die offenen Wasserflächen und nimmt dabei Feuchtigkeit auf, die sich anschließend auf dem südlich gelegenen Festland wieder als Schnee niederschlägt.

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