Wetter: Rekordregen brachte Eiszeitsee zurück

Das Death Valley gehört zu den trockensten Gebieten Nordamerikas und zu den heißesten Regionen der Erde. Doch 2025 erreichten im Verhältnis zu normalen Jahren außergewöhnlich starke Niederschläge das kalifornische Tal: Zwischen Anfang September und Ende November fielen hier 61 Liter Regen pro Quadratmeter Fläche, davon mehr als zwei Drittel allein im November, wie die Nationalparkbehörde mitteilte – durchschnittlich sind es sonst normalerweise weniger als 50 Liter über das gesamte Jahr hinweg. Das machte diesen Herbst zum feuchtesten seit Beginn der Aufzeichnungen und übertraf den bisherigen Rekordhalter aus dem Jahr 1923.
Der Grund dafür waren mehrere starke Tiefdruckgebiete, die in den letzten Monaten hintereinander über die Region hinweggezogen sind: Normalerweise regnen sie sich spätestens an den westlich davon gelegenen White Mountains ab und erreichen das Death Valley in deren Regenschatten nicht. Dank der ausgiebigen Regenfälle bildete sich im Bereich von Badwater ein flacher See, wo sonst trockene Salzkrusten dominieren: Dieser Bereich bildet den tiefsten Punkt Nordamerikas und liegt 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel.
Das Lake Manly genannte Gewässer erinnert an die Zeit vor mehr als 12 000 Jahren: Während der letzten globalen Vergletscherungsphase erstreckte sich hier ein riesiger See, der stellenweise bis zu 180 Meter tief war. Solche Dimensionen erreicht er heute nicht, stattdessen ähnelt er einer überdimensionierten Pfütze, die gerade einmal Schuhe benetzen würde. Damit ist Lake Manly auch noch deutlich flacher als im Februar 2024, als er das letzte Mal bestand. Damals hatten erst Tropensturm »Hilary« im Sommer 2023 und danach folgende atmosphärische Flüsse das Death Valley regelrecht geflutet, sodass der See bis zu 60 Zentimeter tief war und von Stand-up-Paddels befahren werden konnte.
Die Regenfälle 2025 haben allerdings die Infrastruktur des Death-Valley-Nationalparks beschädigt, weshalb es Warnungen gibt, bestimmte Straßen und Pisten zu befahren. Unklar sei zudem noch, ob die Regenfälle im Frühling eine Superblüte auslösen könnten, so der Park: Viele Pflanzen keimen erst nach ergiebigen Niederschlägen und verwandeln die Wüste dann in ein Blütenmeer, bevor Hitze und Trockenheit sie wieder zum Verschwinden bringen. Dazu müssten die kommenden Wochen und ihr Wetter abgewartet werden.
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