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Corona-Pandemie: WHO hebt Corona-Gesundheitsnotstand auf

Mehr als drei Jahre hat der Corona-Gesundheitsnotstand gedauert. Zwar zirkuliert Sars-CoV-2 weiter, doch die WHO glaubt, dass die Welt genug Werkzeuge hat, um damit umzugehen.
Eine Maske wird weggeworfen
Masken trägt kaum noch jemand. Jetzt hat die WHO auch offiziell den Corona-Gesundheitsnotstand aufgehoben. Die Welt habe mit Impfungen und anderen Schutzmaßnahmen genügend Werkzeuge an der Hand, um mit dem Virus umzugehen.

Die Corona-Pandemie gilt nicht mehr als internationaler Gesundheitsnotstand. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, verkündete am 5. Mai 2023 in Genf die Aufhebung der höchsten Alarmstufe, die bei einer Bedrohung verhängt werden kann. »Die Pandemie folgt seit einem Jahr einem nachlassenden Trend«, sagte Tedros und verwies auf die gestiegene Immunität durch Impfungen und Infektionen. Konkrete Auswirkungen hat die Entscheidung nicht, weil jedes Land für sich bestimmt, welche Schutzmaßnahmen es verhängt.

Das Virus Sars-CoV-2 sei damit nicht besiegt, betonte Tedros. Es zirkuliere weiter in der Welt, sei gefährlich und könne jederzeit noch gefährliche Varianten entwickeln. Dennoch folgte die WHO der Empfehlung eines unabhängigen Expertenausschusses, weil sie überzeugt ist, dass die Welt gute Werkzeuge hat, um die Menschen vor dem Virus zu schützen. Dazu gehören neben den Impfstoffen und Medikamenten auch Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken oder Abstand zu halten in vollen und schlecht belüfteten Innenräumen.

Allein das solidarische UN-Impfprogramm Covax hat einer Analyse zufolge bis Ende 2022 in Ländern mit niedrigen Einkommen 2,7 Millionen Menschenleben durch Corona-Impfungen gerettet.

Nach WHO-Statistiken erleben deutlich weniger Menschen einen schweren Verlauf der Krankheit Covid-19 als zu Beginn der Pandemie, als es noch keine Impfstoffe und Medikamente gab. Dennoch wurden der WHO allein vom 3. bis 30. April dieses Jahres nahezu 2,8 Millionen neue Infektionen und mehr als 17 000 Todesfälle gemeldet. Da aber in vielen Ländern kaum noch getestet wird, gilt dies nicht als akkurates Bild der Lage.

Die WHO appelliert nach wie vor an die Regierungen, nicht zur Tagesordnung überzugehen. Seit Monaten bittet sie, dass mehr Corona-Tests durchgeführt und Viren genetisch untersucht werden. Nur so sei eine Übersicht über die Verbreitung möglicher neuer Varianten möglich.

Als die WHO den Corona-Gesundheitsnotstand am 30. Januar 2020 ausrief, waren außerhalb Chinas rund 100 Infektionen in etwa 20 Ländern bekannt und keine Todesfälle. Inzwischen wurden der WHO zufolge weltweit zirka 765 Millionen Infektionen und gut 6,9 Millionen Todesfälle gemeldet. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer viel höher ist. Unter anderem werden Todesursachen nicht überall korrekt zugeordnet.

Die WHO hat seit 2005 siebenmal einen Gesundheitsnotstand ausgerufen – offiziell eine »gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite«. Der Corona-Notstand war der zweitlängste. Der längste gilt für Polio und besteht seit 2014. Seit Juli 2022 gilt auch eine Notlage wegen Affenpocken. Notlagen wurden außerdem wegen des Influenza-A-Virus H1N1 (2009–2010), wegen Ebola in Westafrika (2014–2016), Zika (2016) und Ebola in der Demokratischen Republik Kongo (2019–2020) ausgerufen. (dpa/kmh)

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