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Aids-Statistik: WHO korrigiert HIV-Fallzahlen nach unten

Mehr als 30 Millionen Menschen leben im Jahr 2007 mit HIV, 2,5 Millionen von ihnen infizierten sich neu – und zwei Millionen Menschen starben seit Januar an der Immunschwächekrankheit Aids, fasst die Weltgesundheitsorganisation WHO in ihrem jährlichen Statistikwerk zusammen. Insgesamt sank die Zahl der Aids-Toten in den zurückliegenden beiden Jahren. Dennoch bleiben lebensbedrohende Sekundär-Krankheiten von Aids-Patienten eine der häufigsten Todesursachen weltweit sowie die häufigste in Afrika.

Die angenommene Zahl Infizierter fiel in den jüngsten Statistiken damit deutlich niedriger aus als noch im vergangenen Aids-Bericht. Dies erkläre sich allerdings nicht aus einem tatsächlichen Rückgang, sondern durch eine nachträgliche Korrektur der statistischen Erhebung, so die WHO. Durch verbesserte Auswertungsmethoden sei nun eine genauere Vorhersage möglich, erläutert Kevin De Cock, der Leiter des WHO-HIV/Aids-Programms. Allein für Indien halbierte sich die geschätzte Zahl der HIV-Infektionen damit auf rund drei Millionen. Auch die Zahlen für fünf afrikanische Subsahara-Staaten waren noch vor Jahresfrist offenbar fälschlicherweise zu pessimistisch.

Neben der statistischen Korrektur gab es aber auch reale Fortschritte, berichtet die WHO. So sei die Infektion junger Schwangerer in den am stärksten betroffenen Ländern gesunken. Zudem sei das Problembewusstsein von Jugendlichen im Zuge von Aufklärungsanstrengungen besonders in Afrika gestiegen. (jo)

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