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News: Wider den Gestank

Inzwischen ist sie selbstverstaendlich geworden: die Biotonne. Doch noch immer können sich nicht alle mit ihr anfreunden. Maden, Pilzsporen und andere Mikroorganismen verleiden vielen Benutzern den praktischen Umweltschutz. Ein neuer Filter verhindert den unkontrollierten Bewuchs der Bioabfälle und vermeidet Geruchsbelästigungen.
Das aus der Universität Münster heraus gegründete münstersche Unternehmen Biologic entwickelte einen Filter für Biotonnen, der Geruch und Madenentwicklung zuverlässig eindämmt. Die neue Biotonne mit Biofilter wird nun auf der Umwelt-Messe ENVITEC vom 2. bis 6. März 1998 in Düsseldorf einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt.

Die internationale Fachmesse präsentiert neueste Entwicklungen der Technik von Umweltschutz und Entsorgung und kann in diesem Jahr ihr 25jähriges Jubiläum feiern. Sie gilt im Bereich des Umweltschutzes als größte Messe Deutschlands und findet alle drei Jahre statt. In diesem Jahr werden 1100 Aussteller aus 41 Ländern erwartet. Die Universität Münster präsentiert ihr Exponat "Biotonne und Biofilter" auf dem Gemeinschaftsstand "Forschungsland Nordrhein-Westfalen". Zwölf Hochschulen des Landes mit fünfzehn Instituten stellen hier aktuelle Beispiele ihrer Forschungen und Entwicklungen vor.

Der Biofilterdeckel, von der münsterschen Firma COMPO vertrieben, schließt durch einen fest eingespritzten Dichtungsring die Biotonne ab. Der einzige Weg für eine Be- und Entlüftung geht durch den Biofilter. Dort bietet ein Kokosfasersubstrat Millionen von Mikroorganismen einen eigenen Lebensraum. Die kleinen Helfer ernähren sich von den Geruchsstoffen und Faulgasen und fressen so den Gestank förmlich auf. Darüber hinaus hemmt der Filter gleichzeitig das Wachstum sowie die Entwicklung von Schimmelpilzsporen und sperrt Fliegen aus, so daß es in der Biotonne weder zur Eiablage noch zur Madenbildung kommt.

Die Wirksamkeit des Filters wurde am Institut für Hygiene nachgewiesen: "In unseren Laborexperimenten konnten wir mit dem Biofilterdeckel keinen Geruch mehr außerhalb der Biotonne messen und auch die Madenentwicklung war gleich Null", so Dr. Werner Mathys. Die Tonne wird zur Zeit in einem großen Flächenversuch erprobt und verspricht neben der Reduzierung der Geruchs- und Schädlingsbelastung auch eine Kostenersparnis, da die Entsorgung statt wie bisher wöchentlich nur noch 14tägig erfolgen muß. Die erfolgreiche Idee soll nun mit Hilfe des Zentrums für Umweltforschung der Universität Münster weiterentwickelt werden: Gedacht ist an Filter auch für kleinere Behälter, um so das Sammeln von Bioabfällen schon in der Küche zu erleichtern.

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