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Miralga-Krater: Wie alt ist der älteste Einschlagkrater der Welt?

Fachleute streiten um die Reste einer kosmischen Kollision: Einst schlug ein Himmelskörper in Westaustralien ein. Doch wie groß ist der Krater? Und vor allem: Wann entstand er?
Ein Meteorit tritt in die Erdatmosphäre ein und erzeugt einen hellen Lichtstrahl und eine Explosion auf der Erdoberfläche. Die Szene zeigt die Krümmung der Erde mit Wolkenformationen und einem dunklen Weltraumhintergrund. Das Bild veranschaulicht den Moment des Einschlags und die damit verbundene Energie. Schlüsselwörter: Meteorit, Erdatmosphäre, Einschlag, Explosion, Weltraum.
Seit Urzeiten bombardieren kosmische Trümmer die Erde. Doch ihre dynamische Oberfläche verwischt die Spuren bald. Wirklich alte Einschlagstrukturen zu finden, ist darum alles andere als einfach.

Im menschenleeren Nordwesten Australiens findet man die Spuren einer uralten Katastrophe. Zerschmettertes Gestein, Kügelchen aus Glas und ungewöhnliche Minerale. Vor Milliarden Jahren schlug hier ein Himmelskörper auf einem der frühen Kontinente ein und schuf die Miralga-Einschlagstruktur. Doch wann das passierte, ist umstritten, denn die Struktur wurde über lange Zeiträume der Erdgeschichte stark verändert. Nun glauben Fachleute um Chris Kirkland von der Curtin University in Westaustralien das definitive Alter der kosmischen Kollision berechnet zu haben. Wie die Arbeitsgruppe in der Fachzeitschrift »Geology« berichtet, deuten mehrere Minerale, die direkt mit dem Einschlag in Verbindung stehen, auf ein Alter von rund 3,025 Milliarden Jahren. Damit wäre die Struktur definitiv älter als der bisher älteste bekannte Einschlagkrater, der 2,2 Milliarden Jahre alte Yarrabubba-Krater, der ebenfalls in Australien liegt.

Kirkland und sein Team entdeckten die Struktur im Jahr 2025 im Gebiet des Pilbara-Kratons, eines uralten Fragments urtümlicher kontinentaler Kruste. Anhand von Zirkonen und vulkanischer Asche datierten sie den Einschlag vorläufig auf 3,47 Milliarden Jahre. Sie interpretierten außerdem eine rund 40 Kilometer messende Domstruktur als Zentralberg des Kraters und schlossen daraus, dass das Einschlagbecken mehr als 100 Kilometer gemessen haben müsse. Eine andere Arbeitsgruppe jedoch zweifelte beides an und argumentierte anhand von mutmaßlich jüngeren, vom Einschlag gestörten Gesteinen, der Krater sei jünger als 2,77 Milliarden Jahre und nur rund 16 Kilometer groß. Das jüngere Datum basiert jedoch auf Gesteinsschichten, für die noch kein absolutes Alter bekannt ist. Deswegen galt auch die zweite Datierung als unsicher.

In der neuen Analyse betrachtete Kirklands Gruppe deswegen Minerale, die sich nach dem Einschlag in dem zertrümmerten Gestein unter dem Krater gebildet hatten. Sie untersuchten Kalzit, Apatit und Muskovit, die aus heißen, mineralreichen Lösungen ausfielen, sowie Zirkone. Nach Angaben der Fachleute zeigen die Zirkone eine sehr ungewöhnliche, poröse und verästelte Struktur, die eindeutig belegt, dass die Kristalle durch Lösungen verändert und umkristallisiert wurden. Anhand der Uran-Blei-Datierung, bei der man den Zerfall von Uran-238 zur Altersbestimmung nutzt, datierten die Fachleute diese Prozesse auf ein Alter von 3,024 Milliarden Jahren. Es ist zwar keineswegs klar, dass die heißen Lösungen im Gestein direkt auf den Einschlag selbst zurückgehen, jedoch müssen die Minerale nach dieser Interpretation auf jeden Fall jünger sein als der Einschlag. Ob allerdings andere Experten womöglich argumentieren, dass die Minerale schon da waren, als die Einschlagstrukturen im Gestein entstanden, ist noch offen.

  • Quellen

Brenner, A. et al., Science Advances 10.1126/sciadv.adu5379, 2025

Kirkland, C. et al., Nature Communications 10.1038/s41467–025–57558–3, 2025

Kirkland, C. et al., Geology 10.1130/G54866.1, 2026

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