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Genetik: Wie die Darwinfinken zu ihren unterschiedlichen Schnabelformen kamen

Ein Genanalyse offenbart jene Erbgutabschnitte, die die Evolution der Darwinfinken beflügelt haben.
Darwinfink Geospiza Magnirostris

Forschern der Universitäten Princeton und Uppsala ist es gelungen, jene Gene zu identifizieren, die den Darwinfinken ihre berühmten Schnabelformen verleihen. Die gemeinsamen Vorfahren der Vögel begannen etwa vor zwei Millionen Jahren mit der Besiedlung der Galapagosinseln. Seitdem differenzierten sie sich in 15 verschiedene Arten aus, die sich vor allem durch ihre unterschiedlich geformten Schnäbel auszeichnen. Diese ermöglichen es ihnen, sich verschiedene Nahrungsquellen zu Nutze zu machen und so im Lauf der Zeit verschiedene ökonomische Nischen zu besetzen – ein Prozess, der bis heute als Musterbeispiel für die Artenbildung im Zuge der Evolution gilt.

Nun sequenzierten Wissenschaftler erstmals das Genom von 120 Individuen aus allen 15 Spezies und zwei verwandten Arten und verglichen anschießend die Daten von zwei Spezies mit stumpfen und zwei Spezies mit spitzen Schnäbeln miteinander. Dabei stießen sie auf 15 Genregionen, die sich deutlich voneinander unterschieden und von denen sechs Gene enthielten, die man bereits in der Vergangenheit mit der Entwicklung des Schädels und des Schnabels in Verbindung gebracht hatte.

Besonders hervor stach dabei das Gen ALX1, das offenbar nicht nur die Schnabelform zwischen den verschiedenen Arten beeinflusste, sondern auch die Form der Schnäbel einzelner Tiere innerhalb der Spezies der Mittel-Grundfinken (Geospiza fortis). "Das ist vor allem deshalb eine aufregende Entdeckung, weil wir bereits nachweisen konnten, dass die Schnabelform der Mittel-Grundfinken sich in der Vergangenheit besonders schnell an Umweltveränderungen angepasst hat", erklärt Studienautorin Rosemary Grant von der Princeton University. Genmutationen, die ALX1 inaktivieren, gehen beim Menschen oftmals mit schweren Missbildungen im Gesicht einher. Umso interessanter sei es, dass kleine Veränderungen an diesem Gen bei den Darwinfinken offenbar zur Entwicklung der verschiedenen Arten beigetragen haben, so die Forscher.

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