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Gefährdete Arten: Den Walhai im Wassereimer aufspüren

Eine DNA-Analyse ohne Pikser - dem Walhai wird dieser Wunsch nun erfüllt. Es werden die umherschwimmenden DNA-Fragmente der Tiere untersucht.
Walhai im Arabischen Golf

Der Walhai ist der größte lebende Fisch der Erde: Mit 13 Meter Länge, 3600 Zähnen und 15 Zentimeter dicker Haut ist er ein beeindruckendes Meerestier. Nun lässt sich einiges über den Riesenfisch herausfinden, ohne ihm hinterherzujagen: Wissenschaftler analysieren sozusagen einen Eimer Wasser aus dem Gebiet, in dem der Walhai lebt.

Denn in jedem Liter Wasser hinterlassen die Tiere zahlreiche Spuren – Kot, Schleim, Schuppen, Haut oder Haare – und damit viele winzige DNA-Stückchen. Diese "Environmental-DNA" (eDNA), wurde bereits dazu genutzt, seltene Arten im Wasser aufzuspüren.

Ein Team um Eva Egelyng Sigsgaard von der Universität Kopenhagen hat getestet, ob sich allein mit Hilfe der eDNA etwas über die genetische Vielfalt der Walhaie herausfinden lässt. Vor der Küste Katars nahmen die Forscher 20 Proben von jeweils eineinhalb Litern Meerwasser an 15 verschiedenen Stellen und suchten darin nach ganz bestimmten Genabschnitten aus dem Erbgut der Mitochondrien, die sie den Walhaien zuordnen konnten. Weil sich diese Abschnitte minimal von Individuum zu Individuum unterscheiden, lassen sie Rückschlüsse auf die genetische Vielfalt der untersuchten Walhaigruppe zu. Je größer diese Vielfalt, desto stabiler ist die Population. Das ist bei gefährdeten Arten wie dem Walhai besonders wichtig.

Durch diese kleinen Unterschiede wiesen die Wissenschaftler beispielsweise nach, dass die untersuchte Population aus dem Arabischen Golf vor Katar genetisch den Walhaien des Indopazifik ähnelt, sich von den atlantischen Walhaien jedoch unterscheidet.

Indem sie die DNA-Proben als Fragmente aus dem Wasser fischen, können sie die bereits dezimierte Walhaipopulation untersuchen und kontrollieren, ohne mit invasiven Methoden Gewebeproben entnehmen zu müssen. Des Weiteren sei es bisher schwierig gewesen, überhaupt genug Proben für eine Studie zusammenzutragen. Dieses Problem könnte durch die eDNA überwunden sein – genug Meerwasser gibt es.

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