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Genetik: Wie fünf Gene unsere Hirnstruktur bestimmen

Forscher haben neue Genvarianten entdeckt, welche die Größe von Hirnregionen beeinflussen.
Der Blick aufs Hirn

Das internationale Forscherkonsortium ENIGMA (Enhancing Neuro Imaging Genetics through Meta-Analysis) hat im Rahmen einer groß angelegten Analyse fünf neue Genregionen entdeckt, welche die Größe von Schlüsselregionen im Gehirn beeinflussen. Damit kenne man nun insgesamt acht Abschnitte im Erbgut, die einen Einfluss darauf haben, wie stark einzelne Bereiche im Gehirn ausgeprägt sind, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Nature".

Hinter ENIGMA stehen rund 300 Wissenschaftler aus 33 verschieden Ländern, die in den vergangenen Jahren die Hirnscans von mehr als 30 000 Menschen auswerteten und mit Erbgutanalysen verglichen. Dabei stießen sie auf Genabschnitte, bei denen schon die Veränderung einer einzigen Nukleinbase reichte, um entsprechendes Gehirngewebe um 1,5 Prozent schrumpfen zu lassen. Am einflussreichsten zeigte sich dabei das Gen KTN1 auf Chromosom 14, neben DLG2 und FAT3 auf Chromosom 11, DCC auf Chromosom 18 und BCL2L1 auf Chromosom 20, die allesamt das Volumen des Putamen und des Nuleus caudatus bestimmen.

Welche Stellschrauben diese Gene im Gehirn genau beeinflussen, wissen die Forscher noch nicht. Viele von ihnen sind aber während der Hirnentwicklung aktiv und werden unter anderem inzwischen auch mit Störungen wie Schizophrenie oder Autismus in Verbindung gebracht. Es gibt Hinweise darauf, dass manche der Abschnitte bei der Wanderung von Nervenzellen und beim Zelltod unreifer Neurone eine Rolle spielen.

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