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Fossilien: Wie kühlten Dinos ihr Gehirn?

Gigantischer Körper, kleines Gehirn - das birgt die Gefahr der Überhitzung. Um das zu verhindern, entwickelten die Dinosaurier ihre riesigen Nasenlöcher.
Schädel eines T. rex

Lange schon faszinieren Paläontologen die riesigen Löcher im Nasenbereich der Dinosaurierschädel, die verglichen mit den eigentlichen Nasenlöchern überdimensioniert wirken. Nun scheint endlich klar zu sein, wozu diese großen Höhlungen dienten, die zu den ausgedehntesten und komplexesten im gesamten Tierreich gehören: Sie halfen Triceratops und Co dabei, das Gehirn auf optimaler Betriebstemperatur zu halten. Das für den massigen Körper nötige Blut hätte sonst den vergleichsweise kleinen Denkapparat überhitzt. Das schließt eine Gruppe um Jason Bourke von der Ohio University aus ihren Studien, die sie auf der 75. Jahrestagung der Society of Vertebrate Paleontology in Dallas vorstellten. Mit Hilfe der numerischen Strömungsmechanik simulierten sie am Computer, wie sich Luft und Wärme durch die nasalen Atemwege verteilten und sich gegenseitig beeinflussten.

Die Nasenhöhlen dienten dabei als eine Art Klimaanlage, die einströmende Luft erwärmte und befeuchtete, bevor sie in die Lungen gelangte. Beim Ausatmen wurde ihr dagegen bei Bedarf Feuchtigkeit und Wärmeenergie entzogen beziehungsweise abgeführt, wie es im Fall der Dinosaurier war: Das zum Hirn strömende Blut kühlte sich dadurch ab und erreichte wohltemperiert den Denkapparat. Dazu waren die riesigen Höhlungen mit weichem Gewebe ausgekleidet, die stark durchblutet wurden, wie Bourke und Co aus ihren 3-D-Modellen schließen. Das Blut nahm wahrscheinlich hier einen Umweg zum Gehirn, so dass überschüssige Wärmeenergie an die Umgebung abgegeben werden konnte.

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