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Geologie: Wie Schlammvulkane unter dem Meer entstehen

Ein Forscherteam ergründet die Geologie von Schlammvulkanen: Wenn sich Sedimente durch eingeschlossenes Gas verflüssigen, können sie aufsteigen und am Meeresboden ausbrechen.
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Schlammvulkane sind ein unvorhersehbares und gefährliches Phänomen. Mehr als 1000 von ihnen sind weltweit bekannt, sowohl an Land als auch unter Wasser. Der berühmteste, bekannt als Lusi, brodelt in Indonesien und begrub 2006 bei einem Ausbruch nahe gelegene Dörfer unter dickem Schlamm.

Arthur Blouin vom Französischen Forschungsinstitut für die Nutzung der Meere in Plouzané und seine Kollegen haben nun einen Schlammvulkan im Kaspischen Meer untersucht und dabei mehr über die zu Grunde liegenden geologischen Vorgänge gelernt. Das Gebiet ist auch ein Zentrum der Öl- und Gasexploration, es weist weltweit die dichteste Verteilung solcher Vulkane auf.

Die Forscher simulierten, wie Methan, das in den Sedimenten vor Ort eingeschlossen ist, den Porendruck verändern kann. Die damit einhergehende Verflüssigung gilt als Auslöser dafür, dass sich etwa 3,5 Kilometer unter dem Meeresboden Schlamm bilden und aufsteigen kann. Laut den Berechnungen des Teams dauert es etwa 100 Jahre, bis der Schlamm den Meeresboden erreicht und ausbricht.

Zu verstehen, was die Ursache für die Schlammbildung ist und wie lange es dauert, bis der Schlamm an die Oberfläche gelangt, könnte den Forschern helfen, künftige Ausbrüche besser vorherzusagen, schreiben die Autoren im »Journal of Geophysical Research«.

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