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Vaterschaft: Wie sich das Gehirn von Männern verändert, wenn sie Vater werden

Vaterschaft beeinflusst nicht nur das Leben, sondern auch das Gehirn. Was sich bei Männern im Gehirn verändert, wenn sie Nachwuchs bekommen, ist aber nicht gut erforscht.
Junger Vater hält Baby auf dem Arm
Dies ist eine maschinell erzeugte Übersetzung eines Artikels der internationalen Partner von Spektrum.de. Er wurde von uns überprüft, jedoch nicht redaktionell bearbeitet. Gerne können Sie uns Ihr Feedback am Ende des Artikels mitteilen.

Der Vatertag ist eine Gelegenheit, die Leistungen von Vätern auf der ganzen Welt zu würdigen. Doch Vater zu werden bedeutet mehr als nur eine Veränderung des Lebensstils – es verändert auch das Gehirn.

»Scientific American« sprach mit Devika Bhushan, einer Ärztin für öffentliche Gesundheit und Lehrbeauftragten an der Stanford University School of Medicine. Sie befasst sich mit Geschlechternormen und damit, wie sich die Vaterschaft auf das Gehirn von Männern auswirkt und mit welchen psychischen Problemen Väter zu kämpfen haben. Bhushan war 2022 außerdem als amtierende Gesundheitsbeauftragte von Kalifornien tätig.

Der folgende Artikel basiert auf dem Gespräch mit Bhushan.

»Dad Brain« gibt es wirklich

Forschung zu Veränderungen im Gehirn von Eltern konzentriert sich zumeist darauf, was in der Schwangerschaft und während der frühen Mutterschaft geschieht. Den neurologischen und psychischen Veränderungen, die mit Vaterschaft einhergehen, sei bisher weitaus weniger Aufmerksamkeit geschenkt worden, sagt Bhushan.

Eine Studie ausdem Jahr 2014 verglich die Gehirne von heterosexuellen Müttern als Hauptbezugspersonen, heterosexuellen Vätern als sekundären Bezugspersonen und schwulen Vätern als Hauptbezugspersonen. Alle drei Gruppen zeigten Veränderungen im Gehirn in einem »elterlichen Betreuungsnetzwerk«. Dieses besteht aus einem Teil der Großhirnrinde – dem sogenannten Mentalisierungsnetzwerk, das eine Rolle bei der visuellen Verarbeitung und Empathie spielt – sowie einem subkortikalen emotionalen Verarbeitungsnetzwerk, das mit Wachsamkeit und Belohnungsverarbeitung zusammenhängt. Bei den Müttern war eine stärkere Aktivierung des emotionalen Netzwerks zu beobachten, während bei den heterosexuellen Vätern, die eine sekundäre Betreuungsrolle einnahmen, das Mentalisierungsnetzwerk stärker aktiviert war. Schwule Väter, die die Hauptbetreuung übernahmen, zeigten einige Veränderungen im emotionalen Netzwerk, die denen bei heterosexuellen Müttern ähnelten. Aber sie wiesen auch gewisse Ähnlichkeiten mit den bei heterosexuellen Vätern beobachteten Veränderungen im Gehirn auf.

Eine neuere Studie aus dem Jahr 2023 mit Männern in Spanien und Kalifornien zeigte, dass bei ihnen nach dem Vaterwerden die graue Substanz abnahm – ähnlich wie bei Erstgebärenden. Diese Abnahme stellt wahrscheinlich keinen Rückgang der Gehirnfunktion dar, sondern eher ein »Ausdünnen« von Verbindungen, um das Gehirn für die Anforderungen der Kinderbetreuung effizienter zu machen.

Insgesamt deuten diese Studien darauf hin, dass zumindest ein Teil dieser Veränderungen bei frischgebackenen Eltern auf die Kinderbetreuung selbst zurückzuführen ist und nicht auf die biologischen Veränderungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt und Stillen, wie Bhushan anmerkt.

Angesichts der Tatsache, dass Menschen aller Geschlechter Gehirnveränderungen erleben, wenn sie Eltern werden, ist es vielleicht nicht überraschend, dass Väter – genau wie Mütter, die postpartale Depressionen und Angstzustände erleben – ebenfalls mit ähnlichen psychischen Problemen zu kämpfen haben können.

Auch Väter können an einer postpartalen Depression erkranken

Bis zu jeder zehnte Mann leidet unter einer postpartalen Depression oder Angstzuständen. Die Symptome äußern sich bei Vätern oft anders – zum Beispiel durch Zorn oder plötzliche Wutausbrüche, Reizbarkeit und Substanzmissbrauch. Eine solche postpartale Depression kann nicht nur das Wohlbefinden des Vaters, sondern auch das der Mutter sowie die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen, sagt Bhushan.

Die American Academy of Pediatrics empfiehlt, Mütter in den ersten sechs Monaten nach der Geburt bei jedem Arztbesuch für ihr Neugeborenes auf eine postpartale Depression zu untersuchen. Mütter werden in der Regel anhand der Edinburgh Postnatal Depression Scale untersucht. Diese ist aber nicht für die Anwendung bei nicht gebärenden Eltern validiert. Männer verfügen tendenziell über weniger soziale Netzwerke als Frauen, sodass sie möglicherweise weniger Unterstützung von Freunden oder der Familie erhalten, um mit psychischen Problemen besser umzugehen.

Postpartale Depressionen und Angstzustände erreichen bei Vätern ihren Höhepunkt tendenziell später als bei Müttern – eher drei bis sechs Monate nach der Geburt eines Kindes. Dies könnte daran liegen, dass die meisten Väter in den USA innerhalb von zwei Wochen nach der Geburt ihres Kindes wieder in den Beruf zurückkehren, während Mütter länger zu Hause bleiben. Infolgedessen tragen Mütter in den ersten Wochen und Monaten oft die Hauptlast der Betreuungsaufgaben, während Väter eher später mehr Verantwortung übernehmen – etwa zu dem Zeitpunkt, an dem die Mütter wieder in den Beruf zurückkehren.

In den USA haben Väter sich in den letzten Jahren immer mehr an der Kinderbetreuung beteiligt – und auch die damit verbundenen Belastungen erlebt. Bhushan sagt, dass die Unterstützungssysteme für Mütter so umgestaltet werden sollten, dass sie zu elterlichen Systemen werden: Sie sollen sowohl Müttern als auch Vätern gerecht werden.

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