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Sonnensystem: Wie wir ein Stück Mars zurück zur Erde bringen

Es ist das nächste große Etappenziel der Marsforschung. Nun haben NASA und ESA bekannt gegeben, wie sie es erreichen wollen.
Im Zentrum dieses Mosaiks liegen die Valles Marineris – ein gigantisches Grabensystem mit einer Länge von 4000 Kilometern. Die Aufnahmen gewann der Viking Orbiter 1 in den 1970er Jahren.Laden...

Bevor die Nationen der Erde Menschen zum Mars schicken, sollen zunächst Roboter ein Stück Mars zur Erde bringen. Für Wissenschaftler hätten solche Materialproben einen enormen Wert: Vielleicht lassen sich in ihnen Hinweise auf vergangenes Leben aufspüren, welche die eher groben Messinstrumente von Mars-Rovern nicht als solche erkennen können.

Seit Langem ein eher vages Ziel am Horizont, haben NASA und ESA nun bekannt gegeben, wie genau sie Bodenproben zur Erde bringen wollen. Wie das Wissenschaftsmagazin »Nature« berichtet, sollen 30 kleine Röhren voller Mars bereits in elf Jahren auf der Erde landen.

Das ambitionierte Sample-Return-Programm wird demnach der neue Perseverance-Rover der NASA einläuten. Sollte er wirklich wie geplant im Juli 2020 starten, würde er im Februar 2021 den Mars erreichen. Dort hätte er ein paar Jahre Zeit, um herumzufahren und mit seinem Bohrer Proben zu sammeln.

2026 soll dann eine weitere Sonde von ESA und NASA zum Roten Planeten aufbrechen. Sie würde aus zwei Teilen bestehen: einem Orbiter und einem Landemodul. Letzteres würde in der Nähe von Perseverance aufsetzen und einen kleinen Rover aussetzen. Dieser würde die Röhrchen seinem großen Bruder abnehmen und zurück zum Landemodul fahren. Dort zündet anschließend eine kleine Rakete, die die Proben zur Sonde im Orbit bringt. Von dort muss sie nur noch zurück zur Erde fliegen – und samt ihrer Fracht auf einem US-Militärgelände in Utah niedergehen, irgendwann im Jahr 2031.

Wie teuer der Plan werden wird, ist bisher nicht bekannt. Offen ist auch der Zeitplan: Die ESA musste zuletzt den Start ihres eigenen Mars-Rovers zum wiederholten Male um zwei Jahre verschieben, auf das Jahr 2022. Auf US-Seite hingegen ist unklar, ob Marssonden weiterhin weit oben auf der Prioritätenliste stehen werden. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump angeregt, das Marsbudget der NASA zu kürzen – und stattdessen schnellstmöglich Menschen zum Mond zu befördern.

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