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Und jetzt zum Wetter: Aktualisiert: Wie wird das Wetter zur Sonnenfinsternis?

Am Freitag, 20. März, findet über Mitteleuropa eine partielle Sonnenfinsternis statt. Doch wer sie sehen will, benötigt etwas Glück - oder muss nach Süddeutschland ausweichen.
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Aktualisierung: Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bleibt der Hochdruckeinfluss über Deutschland bis Freitagvormittag verstärkt vorhanden. Wolken eines Tiefausläufers erreichen erst gegen Mittag den Norden Deutschlands, während die Mitte und der Süden der Republik davon noch unbeeinflusst bleiben. Allerdings strömt bereits feuchtere Luft ein, weshalb es im Nordwesten Hochnebel geben kann, der sich erst im Verlauf des Vormittags auflöst. In Hessen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg bleibt es überwiegend sonnig, nur gebietsweise ziehen hohe Schleierwolken durch. Morgens kann es in den Flusstälern und am Bodensee Nebel geben.

© Deutscher Wetterdienst (DWD)
Wolkensimulation für Freitag, den 20. März

Sonne genießen

Es ist etwas gemein, denn pünktlich zum Wochenstart setzt sich nach dem unterkühlten Wochenende wieder landesweit der Frühling durch. Mitteleuropa liegt zwischen einem kräftigen Hochdruckgebiet über Nordosteuropa und tiefem Luftdruck über dem westlichen Mittelmeergebiet. Dadurch werden Luftmassen aus Südosteuropa herangeführt, die deutlich wärmer sind als der frische Ostnordostwind vom vergangenen Wochenende. Und im Lauf der nächsten Tage verbessern sich die Aussichten noch weiter, da sich das Hoch noch verstärkt und seinen Einfluss auf Deutschland ausweitet. Gleichzeitig dreht die vorherrschende Strömung in der Höhe auf Südwest. Zusammen mit der ungebremsten Sonneneinstrahlung in großen Teilen Deutschlands steigen die Temperaturen auf bis zu 20 Grad Celsius. Gänzlich ungetrübt ist dieser satte Frühlingshauch allerdings im Norden und Nordwesten nicht, da hier einige Wolkenfelder den Himmel bedecken können. Doch die spannende Frage ist ja: Wie wird das Wetter am Freitagmorgen, wenn zwischen 9:30 Uhr und 11:50 Uhr eine partielle Sonnenfinsternis über Deutschland eintritt?

Noch ist die Prognose für Freitag zur Sonnenfinsternis mit Unsicherheiten behaftet. Gesichert ist, dass sich das Wetter verschlechtert. Noch unklar ist aber, wie weit die Tiefdruckfront nach Süden vorankommt, Wolken den Himmel bedecken und damit die partielle Verfinsterung vor unserer Sicht verbergen.Laden...
Wetter am 20. März 2015 | Noch ist die Prognose für Freitag zur Sonnenfinsternis mit Unsicherheiten behaftet. Gesichert ist, dass sich das Wetter verschlechtert. Noch unklar ist aber, wie weit die Tiefdruckfront nach Süden vorankommt, Wolken den Himmel bedecken und damit die partielle Verfinsterung vor unserer Sicht verbergen. Der Süden befindet sich noch unter schwachem Hochdruckeinfluss, doch von Norden naht das schlechte Wetter.

Zwischen zwei Hochs

Ab Mittwoch gerät leider das wetterbestimmende Hoch über Nordeuropa unter Druck. Es besteht bis dahin aus zwei Schwerpunkten über Russland im Osten und den Britischen Inseln im Westen – mit einer Schwachstelle genau über Mitteleuropa, die ab Donnerstag zum Angriffspunkt eines neuen Tiefdruckkomplexes wird: Unser Hoch zerfällt in zwei Teile, wobei das Hoch über Großbritannien sich südwärts verlagert, weshalb über Deutschland langsam von der Nordsee kühlere Luft einsickert. Das vollzieht sich allerdings vor allem in der Höhe, am Boden bildet sich nach bisherigen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes nicht unbedingt eine Kaltfront aus. Dadurch sinkt die kalte Luft aus der Höhe ab: Das schöne Wetter bleibt vorerst erhalten, die Temperaturen sinken im Norden allerdings bereits deutlich, während der Süden und Osten noch auf der warmen Sonnenseite bleiben.

Ab Freitag entwickelt sich über Nordeuropa allerdings ein Höhentrog, der sich bald nach Süden ausweitet: Der noch vorhandene hohe Luftdruck schwächt sich rasch ab, zudem weicht das noch vorhandene Bodenhoch über den Britischen Inseln auf den Atlantik zurück – und wird wieder zum "reinen" Azorenhoch. Dadurch können erste Tiefausläufer Norddeutschland streifen – und diese haben leider viele Wolken im Gepäck. Der Süden scheint allerdings weiter im Vorteil, denn er bleibt vorerst unter dem schwachen Resteinfluss des schwindenden Hochs.

Die Folgen: Wo hat man den besten Blick auf die Sonnenfinsternis?

Je weiter man nach Südosten oder Süden ausweicht, desto bessere Chancen hat man auf einen guten Blick auf die partielle Sonnenfinsternis. Nach gegenwärtigen Prognosen werden in Hessen, Thüringen, Bayern und Teilen Baden-Württembergs sowie der Lausitz tagsüber fünf bis sechs Sonnenstunden erwartet. Da sich der Mond im Lauf des Vormittags vor unser Zentralgestirn schiebt, das schlechte Wetter aber erst im Verlauf des Tages zunehmend nach Süden vorankommt, bestehen hier – nach momentanem Kenntnisstand – einigermaßen gute Bedingungen, um das Schauspiel zu verfolgen. Aber Vorsicht: Selbst wenn Wolken vor der Sonne vorbeiziehen, werfen Sie bitte niemals einen ungeschützten Blick auf die Verfinsterung – schwere Augenschäden bis hin zum Erblinden drohen! Da genauere Prognosen über die Bewölkung erst ab Mitte der Woche möglich sind, erfolgt dann eine Aktualisierung. Für die Energiebranche wäre jedenfalls eine dichte Wolkendecke das optimale Szenario, da sie dann keine stark schwankenden Solarstromleistungen im Netz abfedern müsste.

Die Aussichten: Wintereinbruch zum Frühlingsbeginn?

Eigentlich sollte man sich hier weitere Worte sparen, denn spätestens am Samstag hat uns pünktlich zum Frühlingsbeginn ein Vorstoß von kühlen Luftmassen im Griff: Von Norden her quert die Kaltfront eines über Dänemark nach Polen ziehenden Tiefdruckgebiets Deutschland. Die Temperaturen stürzen in den Keller und erreichen verbreitet nur noch einstellige Werte. In den Höhenlagen der Mittelgebirge fällt dann wahrscheinlich sogar Schnee, sonst regnet es verbreitet. Da diese Wetterlage mehrfach durch verschiedene Wettermodelle simuliert wurde, dürfte sie relativ sicher eintreten.

Spannend wird in der Folge, ob sich dieser Trog bei uns einnistet oder ob wir uns danach in einer zyklonalen Nordwestlage wiederfinden. Beides brächte keine Frühlingsgefühle zurück, denn wir hätten die Wahl zwischen feuchtem, aber wenigstens noch halbwegs mildem oder feuchtem und kaltem Wetter. Die Hoffnung richtet sich daher auf das amerikanische GFS-Wettermodell: Es simuliert als einziges globales Modell schon im Verlauf des nächsten Wochenendes wieder Hochdruckeinfluss, dafür fiele aber nach diesen Berechnungen schon der Freitag in ganz Deutschland trüb aus – und die partielle Sonnenfinsternis damit für alle ins Wasser.

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