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Forschungspolitik: Winnacker wird erster Chef des European Research Council

Der langjährige Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Ernst-Ludwig Winnacker, übernimmt zum Januar 2007 die Position des hauptamtlichen Generalsekretärs des neu geschaffenen European Research Council (ERC) in Brüssel. Das teilten die Europäische Kommission und der wissenschaftliche Rat des ERC am Mittwoch in Brüssel mit. Winnacker soll die Position für zweieinhalb Jahre bis zum Juni 2009 bekleiden. Ihm folgt der spanische Ökonom und frühere katalanische Minister Andreu Mas-Colell, der die Geschäfte bis Ende 2011 führen soll. Die Amtszeit Winnackers als DFG-Präsident endet im Dezember 2006.

Winnacker wertete diese Entscheidung als Ausdruck des Vertrauens des Scientific Council des ERC in die Arbeit der DFG. Er betonte, dass mit dem ERC im 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union eine unabhängige, wissenschaftsgeleitete Organisation geschaffen werde, die einen europaweiten Wettbewerb der besten Wissenschaftler ermögliche. Mit einem Budget von rund 7,5 Milliarden Euro für die kommenden sieben Jahre werde der ERC dazu beitragen, dass der europäische Forschungsraum attraktiver und im internationalen Kontext konkurrenzfähiger werde.

Dem hauptamtlichen Generalsekretär des ERC kommt die Schlüsselrolle beim Aufbau und der strategischen Ausrichtung der neuen europäischen Institution zu. Der Vorsitzende des wissenschaftlichen Rates, Fotis Kafatos, unterstrich die wissenschaftliche und forschungspolitische Erfahrung Winnackers, die ihn zu einem idealen Kandidaten für diese Schlüsselposition des ERC gemacht hätte. Er hob in diesem Zusammenhang besonders die drei erfolgreichen Amtsperioden Winnackers als DFG-Präsident hervor.

Winnacker wurde 1941 in Frankfurt am Main geboren. Nach einem Chemie-Studium und der Promotion an der ETH Zürich verbrachte er einige Jahre an der Universität von Kalifornien in Berkeley und dem Karolinska Institut in Stockholm. 1977 wechselte er an die Universität zu Köln, 1980 erhielt er einen Ruf als Professor für Biochemie von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1984 bis 1997 leitete Winnacker das Genzentrum der LMU München. Seit 1987 Vizepräsident, wurde Winnacker 1998 Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Von 2000 bis 2003 war er zudem Mitglied der Natioalen Ethikrates.

Die Einrichtung des ERC ist abhängig vom 7. Forschungsrahmenprogramm, dessen endgültige Verabschiedung durch das Europäische Parlament und den Ministerrat für Ende 2006 erwartet wird.

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