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Pharmakologie: Wirkmechanismus von Prozac aufgeklärt

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Neuronale Vorläuferzellen | Mit Fluoreszenzfarbstoffen konnten die Forscher die durch Fluoxetin (Prozac) geförderte Teilung neuronaler Vorläuferzellen im Hippocampus von Mäusen beobachten.
Der Wirkmechanismus des unter dem Handelsnamen Prozac vertriebenen Antidepressivums Fluoxetin ist aufgeklärt. Bekannt war bereits, dass der Wirkstoff die Bildung neuer Nervenzellen im Gyrus dentatus des Hippocampus anregt. Der Hippocampus gilt als zentrale Schaltstation des Gehirns, die vor allem für Lernen und Gedächtnis eine Rolle spielt.

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Neurogenese | Wirkung von Prozac: Im Gyrus dentatus des Hippocampus reifen neuronale Stammzellen in mehreren Schritten zu Nervenzellen heran. Das Antidepressivum Fluoxetin (Prozac) fördert hierbei den zweiten Schritt der Neurogenese: die Teilung neuronaler Vorläuferzellen.
Grigori Enikolopov und seine Kollegen vom Cold-Spring-Harbor-Labor hatten einen Mäusestamm gezüchtet, bei dem sich die Bildung neuer Nervenzellen, die Neurogenese, beobachten lässt. Hierbei zeigte sich, dass Fluoxetin nicht – wie zuvor angenommen – unmittelbar auf neuronale Stammzellen im Hippocampus wirkt. Vielmehr scheint das Medikament den zweiten Schritt der Neurogenese, die Teilung neuronaler Vorläuferzellen, zu fördern.

Die Wissenschaftler hoffen, dass die Wirkung von Antidepressiva im Gehirn mit Hilfe der neuen Erkenntnisse besser verstanden werden kann. Dies könnte dazu beitragen, besser maßgeschneiderte Wirkstoffe mit geringeren Nebenwirkungen zu entwickeln.
17.05.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 17.05.2006

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