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Linguistik: Wörter bleiben trotz Buchstabensalat tatsächlich lesbar

Was die Internet-Gemeinde schon lange wusste, konnte jetzt – zumindest zum Teil – wissenschaftlich bestätigt werden: "Nach eienr Stidue der Uinverstiaet Cmabridge ist es eagl in wlehcer Reiehnfogle die Bchustabaen in Woeretrn vokrmomen." Die genannte Studie des im Internet kursierenden Textes existiert zwar nicht, doch tatsächlich bleiben Wörter lesbar, wenn die Reihenfolge ihrer Buchstaben – ausgenommen der erste und der letzte – vertauscht sind.

Keith Rayner von der Universität von Massachusetts und seine Kollegen haben jetzt die Probe aufs Exempel gemacht: Sie luden dreißig Freiwillige ein, insgesamt achtzig Sätze zu lesen, bei denen in etwa der Hälfte der Wörter Buchstabendreher vorkamen. Solange der erste Buchstabe noch richtig war, nahm die Verständlichkeit kaum ab.

Die Lesegeschwindigkeit sank jedoch beträchtlich: Fehler in der Wortmitte reduzierten den Lesefluss um 11 Prozent. War das Ende des Wortes betroffen, lasen die Versuchspersonen um 26 Prozent langsamer, bei Vertauschungen am Wortanfang sogar um 36 Prozent.

Nach Ansicht der Forscher bestätigt ihr Experiment die besondere Bedeutung des ersten Buchstabens für Verständlichkeit und Lesefluss. Außerdem scheint jedes Wort bestimmte Schlüsselpositionen zu besitzen, welche die Lesbarkeit besonders stark beeinflussen.
19.01.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 19.01.2006

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