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Sommerloch heute: Wrestling weckt Aggressionen

Jugendliche die häufig "Wrestling"-Schaukämpfe im Fernsehen konsumieren, neigen auch in ihrem eigenen Leben zu erhöhter Gewaltbereitschaft und prügeln sich häufiger.

Auch die Wissenschaft kennt ein Sommerloch. Mehr und mehr fluten dann Ergebnisse die Medien, die sonst kaum den Weg in die Berichterstattung finden. Mit der Reihe "Sommerloch heute" möchten wir Ihnen eine Auswahl präsentieren.
Dabei verabredeten sich besonders Heranwachsende, die sehr viele Wrestling-Sendungen ansahen, zu Schlägereien, wenn sie oder ihr zukünftiger Gegner unter Alkohol oder Drogen standen, so der Tenor der Studie von Medizinern um Robert DuRant von der Wake Forest University. Von den insgesamt mehr als 2200 getesteten Jugendlichen in North Carolina gaben ein Fünftel der Jungen und nur ein Zehntel der Mädchen an, mehr als sechsmal innerhalb von zwei Wochen Showkämpfe im Fernsehen zu sehen. Erstaunlicherweise, so die Forscher, neigten in diesem Zusammenhang Schülerinnen noch stärker zu Gewaltausbrüchen und verwendeten auch einschlägig bekannte Verbalinjurien eher als ihre männlichen Altersgenossen.

Die zu Aggression neigende Teilgruppe fiel innerhalb des sechs- bis siebenmonatigen Beobachtungszeitraums nicht nur überdurchschnittlich häufig durch Gewalt auf, sondern auch durch das Tragen von Waffen – unter anderem Pistolen – an der Schule. Die Forscher warnen daher, dass Wrestling und die in diesen Sendungen propagierte feindselige Lösungsstrategie von Konflikten die kognitive, soziale und auch die physische Entwicklung der Jugendlichen beeinträchtigen kann: "Das Ausmaß vulgärer Ausdrücke, Beschimpfungen und körperlichen Missbrauchs – bei häufig unrealistischen Endergebnissen – während der Sendungen war wirklich erstaunlich", merkt DuRant an.

In einem Fall habe beispielsweise ein Kämpfer seine Gegnerin mit dem Kopf voraus auf den Ringboden geschmettert und sie dadurch bewusstlos geschlagen – hätte es sich um einen realen Kampf gehandelt, wäre die Frau durch Genickbruch wahrscheinlich tödlich verletzt worden, so DuRant weiter. Zusätzlich unterstützte der Kommentator die Vorgehensweise des Mannes, da dieser, der Hintergrundlegende zufolge, zuvor von der Frau betrogen worden sei. Dadurch würde aber den Kindern diese Art der Konfliktbewältigung als die richtige vermittelt, warnt der Forscher abschließend.

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