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Lebenswerte Welten: Wüsten oder Ozeane um zu kleine Sterne

Exobiologen streiten, ob die kleinsten und häufigsten Sonnen einen Lebensunterhalt bieten. Nachschauen lohnt vielleicht - aber erdähnliche Planeten sind anderswo wohl häufiger.
Planetensystem um Roten ZwergLaden...

Die Chance, lebensfreundliche Exoplaneten zu entdecken, könnte in Systemen um die kleinen Sterne der Spektralklasse M im Prinzip besonders groß sein. Das liegt schon allein daran, dass diese Roten Zwerge sehr häufig sind, und zudem fällt es wegen ihrer geringen Helligkeit auch leichter, planetare Begleiter in ihrer Nähe überhaupt zu erspähen. Allerdings liegt die lebensfreundliche habitable Zone um die M-Zwerge auch recht dicht am Zentralgestirn – zu nahe vielleicht, wie einige Astronomen meinen, denn die Gasatmosphäre und das für Leben nötige Wasser könnten womöglich schon in der Frühphase weggebrannt werden. Ob das wirklich zutrifft, haben nun Feng Tian und Shingeru Ida noch einmal mit einer Serie von Simulationen berechnet. Sie kommen zu dem Schluss, dass wohl kaum erdähnliche Planeten mit Ozeanen und Kontinenten in lebensfreundlichem Abstand um Rote Zwerge kreisen: Blaue Planeten wie unserer sollten eher für G-Zwerg-Systeme wie dem um unsere Sonne typisch sein.

Zentral für Leben ist auch im M-Zwerg-Planetensystem Wasser, so der Ausgangspunkt der beiden Astronomen. Sie berechneten daher, wie sich die bei der frühen Entstehung der Planeten angesammelten Wassermassen im Lauf der weiteren Entwicklung verhalten. Dies hängt natürlich von der Masse und dem Abstand der Himmelskörper zu ihrem eher schwach leuchtenden Zentralgestirn ab. Letztlich, so die Berechnungen, dürften für Gesteinsplaneten in einer angenehmen Nähe zum M-Zwerg wohl zwei recht unterschiedliche Szenarien eintreten: Sie sorgen entweder für völlig ausgetrocknete, womöglich entfernt venusähnliche Wüstenplaneten oder für reine Wasserwelten ganz ohne Kontinente. Erdähnliche Planeten mit Ozeanen und Landmassen dürften hingegen 10- bis 100-mal seltener sein als um G-Klasse-Sterne wie unsere Sonne.

Der Hauptgrund für diese Unterschiede ist vor allem die weniger gleichmäßige Entwicklung von M-Zwergen im Vergleich zu G-Sternen wie unserem Zentralgestirn: Die kleinen M-Sonnen durchlaufen eine kürzere Jugend, in der sie sehr hell strahlen, bevor sie in eine stabilere, deutlich leuchtschwächere Phase eintreten. Ebendiese Schwankung sorgte bei den Simulationen der Astronomen für die vergleichsweise extreme Entwicklung der Planeten.

Noch umstritten bleibt allerdings, was dies für mögliches Leben bedeuten würde – denn gerade im Bezug auf die Lebensfreundlichkeit von Wasserwelten sind Forscher noch uneins. Einige Experten hatten zuletzt berechnet, dass auf solchen Planeten das Klima zu instabil wäre und zudem – etwa wegen fehlender Erosionsprozesse – auch kein ausreichender Nährstoffkreislauf zu Stande käme, der das Leben unterhalten könnte. Manche Forscher halten aber dagegen, dass ein planetenweiter Ozean unter Umständen sogar hilfreich sein mag, um lebensfreundliche Bedingungen herzustellen.

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