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Gesundheitswesen: Zahl vermeidbarer Todesfälle gesunken

Im Vergleich zum Ende der 1990er Jahre hat in vielen Industriestaaten die Zahl jener Todesfälle abgenommen, die durch Vorsorge oder rechtzeitige Behandlung zu verhindern gewesen wären. Dazu zählen bakterielle Infektionskrankheiten ebenso wie verschiedene Krebserkrankungen mit guten Therapieaussichten, Tuberkulose, Diabetes, Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen und verschiedene Herz-Kreislauf-Störungen.

Die Zahl der vermeidbaren Todesfälle gilt als Indikator für die Qualität des Gesundheitssystems. Ellen Nolte und Martin McKee von der London School of Hygiene und Tropical Medicine verglichen nun ihre Ergebnisse einer ersten Erhebung in 19 Industrieländern in den Jahren 1997/1998 mit Daten von 2002/2003. Knapp ein Viertel der Todesfälle von Männern und beinahe ein Drittel bei Frauen fielen in diese Kategorie. Die niedrigste Quote in beiden Analysen weist Frankreich auf, gefolgt von Japan und Australien, das Spanien vom dritten Platz in der früheren Untersuchung verdrängte. Deutschland fiel vom elften auf den zwölften Platz, den es mit Österreich tauschte. Die USA lösten Irland als Schlusslicht ab, das um zwei Plätze nach oben kletterte. Weiterhin zählen Portugal und Großbritannien zu den letzten Vier.

Im Schnitt sank die Zahl der vermeidbaren Todesfälle bei Männern in den beobachteten fünf Jahren um 17 Prozent – einziger Ausreißer die USA, die nur eine Verringerung um vier Prozent erreichten. Den stärksten Rückgang verzeichneten hier Österreich, Irland und Norwegen. Auch bei den Frauen schneiden die USA mit gerade einmal fünf Prozent Reduktion deutlich schlechter ab als der Durchschnitt von 14 Prozent. Hier waren Irland, Großbritannien und wiederum Österreich am erfolgreichsten. Deutschland lag in beiden Gruppen im Mittelfeld. (af)
09.01.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 09.01.2008

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