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News: Zeuge alter Zeiten

So nach und nach können Astronomen immer mehr Geheimnisse um Eros lüften. Eine heftige Sonneneruption ermöglichte den Wissenschaftlern, Daten über die chemische Zusammensetzung des Asteroiden zu sammeln, die offenbar immer noch stark der des Sonnennebels ähnelt, aus dem der Gesteinsbrocken einmal entstanden ist. Das bedeutet, dass Eros seither nahezu unverändert blieb.
Seit dem 14. Februar 2000 umkreist die Raumsonde NEAR den Asteroiden Eros. Neben faszinierenden Bildern lieferten ihre Instrumente auch viele Daten, von denen Astronomen hoffen, Grundlegendes über die Entstehung und die Entwicklung des Gesteinsbrockens zu lernen. Durch einen glücklichen Zufall konnten sie nun einen "Schnappschuss" von Eros' chemischer Zusammensetzung machen. Die ersten Auswertungen der Aufnahmen stellten Steven Squyres von der Cornell University und seine Mitarbeiter am 30. Mai 2000 auf der Frühjahrsversammlung der American Geophysical Union in Washington vor.

Eine ganz entscheidende Frage zu Eros ist, ob es sich bei ihm um einen sehr alten Überrest aus den frühen Zeiten unseres Sonnensystems handelt, der nur geringfügig verändert wurde, oder ob er wie Erde und Mond durch intensives Erhitzen eine Kruste und einen Kern ausgebildet hat. Die Ergebnisse könnten eine Antwort auf diese Frage bieten, meinen die Wissenschaftler. Denn die Elementzusammensetzung, die sie gefunden haben, entspricht der von Chondriten – Meteoriten, die nach Ansicht von Astronomen aus dem Sonnennebel kondensiert sind, also der Wolke aus Gas und Staub, aus dem auch das Sonnensystem entstand. Das deutet daraufhin, dass sich Eros seit seiner Entstehung kaum noch verändert hat.

Eine heftige Sonneneruption am 4. Mai 2000 verhalf den Forschern zu den Daten. Eine halbe Stunde lang prasselten die dabei entstandenen Röntgenstrahlen auf den Asteroiden ein, der darauf mit einem "Glühen", einer so genannten Röntgenstrahl-Fluoreszenz, reagierte. Dieses Glühen in verschiedenen Wellenlängen verriet den Forschern, dass in der Oberfläche zumindest in einem Stück mit etwa sechs Kilometern Durchmesser unter anderem Magnesium, Silizium und Aluminium auftreten.

Eros wird als so genannter S-Asteroid eingestuft, die häufigste Klassifikation für Asteroiden. Squyres hält die Daten daher für einen wichtigen Hinweis, dass auch andere S-Asteroiden dieselben ursprünglichen Merkmale zeigen könnten. Er gibt aber zu bedenken, dass natürlich nicht die gesamte Oberfläche des Brockens dieselbe Zusammensetzung aufweisen muss. Bevor sie weitere Schlussfolgerungen ziehen, müssen die Forscher daher noch auf weitere Aufnahmen von Röntgenstrahlen warten.

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