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Hundeforschung: Zucht und Training trimmen das Hundegehirn auf Kommunikation

Die meisten Fellnasen verstehen menschliche Gesten und Kommandos bestens, auch wenn es individuelle Unterschiede gibt. Ein Team untersuchte mehr als hundert Hunde im Hirnscanner. Demnach prägen sowohl Zuchtauswahl als auch Lernerfahrungen das Hundegehirn – insbesondere Netzwerke, die für die Kommunikation mit dem Menschen nützlich sind.
Eine Person in einem orangefarbenen Pullover füttert einen Hund mit einem Leckerli. Der Hund sitzt aufmerksam, mit einer Pfote in der Hand der Person. Im Hintergrund ist ein graues Sofa zu sehen.
Gib Pfötchen! Mit etwas Übung lernen Hunde oft sehr schnell, was ein Mensch von ihnen will. Möglich macht das ihr einzigartiges Gehirn.

Wie schlagen sich züchterische Selektion und individuelles Training im Gehirn von Hunden nieder? Dieser Frage ging ein Forschungsteam der Harvard University nach, indem es die Hirnstruktur von 108 Hunden unterschiedlicher Rasse per Diffusions-MRT analysierte. Laut den Messungen im Scanner hat die Hundezucht die Kommunikationsnetzwerke der Vierbeiner inzwischen stark verändert. Besonders deutlich zeigte sich dies beispielsweise in der Verknüpfung von Hirnregionen, die Laute und Wörter verarbeiten. Aber auch das intensive Training von Assistenzhunden machte sich örtlich begrenzt in der Neuroanatomie bemerkbar.

Die Forscherinnen verglichen zum einen »praktizierende« Assistenzhunde (vor allem Labradore) mit Tieren sehr ähnlicher Abstammung, deren Ausbildung jedoch abgebrochen wurde, weil in der Corona-Zeit die Nachfrage stark zurückging. Das Gehirn der ausgeschiedenen Hunde war dabei nicht weniger stark vernetzt. Jenes der aktiven Assistenzhunde erschien vielmehr »spezialisierter« – mit besonders starken Verbindungen zwischen Arealen, die für eine direkte Reaktion auf kommunikative Signale des Menschen zuständig sind. Das Vernetzungsmuster der nicht ausgebildeten Hunde deutete dagegen eher auf eine breitere Verarbeitung von Sinnesreizen hin.

Auf den Menschen geeichtes Hundegehirn

Zudem verglich das Team »ursprünglichere« Rassen wie den Neuguinea-Dingo, den Somojeden sowie afrikanische und koreanische Dorfhunde mit modernen Rassen, darunter Border Collie, Labrador und Deutscher Schäferhund, die züchterisch viel intensiver selektiert werden. Hier fanden sich ausgedehntere Unterschiede im Hirnaufbau, die vermuten lassen, dass moderne Rassen stärker auf Kommunikation mit dem Menschen geeicht sind.

In einer früheren Studie hatte ein Team um die Arbeitsgruppenleiterin Erin Hecht bereits beobachtet, dass moderne Rassen eine vielerorts dickere Großhirnrinde besitzen und tatsächlich meist leichter trainierbar sind. Zudem war bei ihnen das Volumen der Amygdala sowie die Angst vor fremden Menschen geringer. Die Zucht macht Hunde also nicht »dümmer«, wie manchmal behauptet wird – wohl aber spezialisierter: Das Gehirn zumindest der bisher untersuchten modernen Rassen scheint besonders gut daran angepasst, den Menschen zu verstehen. Wie gut ein Hund lernt, hängt aber trotzdem auch vom Training, der einzelnen Zuchtlinie und dem individuellen Tier ab.

  • Quellen

Cordeau, M. et al., Journal of Neuroscience 10.1523/JNEUROSCI.2174–25.2026, 2026

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