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Demenzerkrankungen: Zusammenhang zwischen Beruf und Alzheimer-Erkrankung?

Im Vergleich mit gesunden Altersgenossen haben an der Alzheimer-Krankheit leidende Menschen häufiger Berufe ausgeübt, bei denen der geistige Anspruch nicht ständig wuchs. Dies stellten Kathleen Smyth und ihre Kollegen von der Case Western Reserve University fest, als sie die berufliche Laufbahn von 122 über sechzigjährigen Alzheimer-Patienten mit der von 235 gleichaltrigen Gesunden verglichen. Beim Start ihrer beruflichen Laufbahn benötigten alle Testpersonen in etwa die gleichen geistigen Fähigkeiten. Während sich die geistigen Anforderungen im Beruf bei der gesunden Kontrollgruppe jedoch stetig steigerten, blieben sie bei der Gruppe der später Erkrankten in etwa gleich. Die motorischen oder sozialen Anforderungen schienen hingegen keine Rolle zu spielen.

Ob die berufliche Laufbahn allerdings Ursache oder Wirkung der Krankheit ist, bleibt bisher unklar. So sei es einerseits möglich, dass die geistigen Anforderungen im Beruf und die damit verbundene Gehirnzellenaktivität die Widerstandsfähigkeit der Zellen gegen die Alzheimer-Krankheit erhöhen. Andererseits könne die Krankheit einen sehr frühen Einfluss auf die Erkrankten gehabt und somit deren Berufswahl eingeschränkt haben. Vielleicht sei die Alzheimer-Erkrankung bei vielen scheinbar Gesunden aber auch schlichtweg nicht diagnostiziert worden, weil sie durch ihren Beruf Fähigkeiten erworben haben, die sie bei den Früherkennungs-Tests gut abschneiden lassen.

Für ihre Untersuchung interviewten die Wissenschaftler die Teilnehmer der Kontrollgruppe persönlich, während sie stellvertretend für die Erkrankten deren Familienmitglieder befragten. Die Einstufung der ausgeübten Berufe geschah nach Richtlinien des U.S. Department of Labor. Die Forscher räumen allerdings ein, dass sie den sozioökonomischen Status der Testpersonen in ihrer Studie außer Acht gelassen hätten, obwohl zum Beispiel das Einkommen oder der Zugang zu medizinischer Versorgung das Testergebnis durchaus beeinflussen könne. Die jeweilige Schulbildung der Testpersonen wirke sich allerdings nicht auf die Ergebnisse aus.

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