Direkt zum Inhalt

Planetenforschung: Zwei "neugeborene" Exoplaneten

Sie sind nur wenige Millionen Jahre alt und gehören damit zu den jüngsten bekannten Planeten: Forscher haben einen neuen "heißen Jupiter" und einen neptungroßen Planeten entdeckt.
Künstlerische Darstellung von zwei jungen Exoplaneten

Gerade einmal zwei Millionen Jahre alt ist der Stern, um den der "heiße Jupiter" kreist, den Jean-François Donati vom CNRS und von der Université de Toulouse zusammen mit Kollegen unlängst entdeckt hat. Dabei nutzten die Forscher die Radialgeschwindigkeitsmethode, bei der das Zerren eines umlaufenden Planeten den Heimatstern in eine leichte periodische Bewegung versetzt. Diese "heißen Jupiter" tragen ihren Namen, weil sie zwar die Größe unseres Jupiters haben, ihrem Heimatstern aber sehr viel näher sind und ihre Oberfläche deshalb wesentlich heißer ist als bei ihrem Namensgeber. Wie sie sich auf ihren engen Tanz schwingen können, ist noch nicht geklärt. Der jetzige Fund in 430 Lichtjahren Entfernung bei dem Stern V830 Tau in einer Molekülwolke des Sternbilds Stier stützt die Hypothese, nach der Großplaneten in protoplanetaren Scheiben aus Staub und Gas entstehen und dann näher an ihren Heimatstern wandern; man nimmt an, dass dieser Prozess relativ früh in der Geschichte eines Planetensystems abläuft. Damit spielen solche "heißen Jupiter" mutmaßlich eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Entwicklung von Planetensystemen.

Bei der zweiten Neuentdeckung handelt es sich um einen Exoplaneten mit dem Namen K2-33b, der 50 Prozent größer ist als unser Neptun und sich etwa 500 Lichtjahre von uns entfernt befindet. Er umkreist seinen fünf bis zehn Millionen Jahre jungen Stern auf einer engen Umlaufbahn in 5,4 Tagen, wie Trevor David und seine Kollegen vom California Institute of Technology vermelden. Im Vergleich zum Alter der Erde von 4,5 Milliarden Jahren hat man es bei beiden neu gefundenen Planeten also mit quasi neugeborenen Planeten zu tun. Die Forscher haben K2-33b im Rahmen der K2-Fortsetzungsmission des havarierten Weltraumteleskops Kepler mittels der Transitmethode entdeckt; hierbei schattet ein vorbeiziehender Planet das Licht seines Sterns auf dem Weg Richtung Teleskop leicht ab. Der Fund liefert einen Anhaltspunkt dafür, dass große Planeten, schon kurz nachdem sich der Gasnebel um ihren Heimatstern aufgelöst hat, in dessen Nähe kreisen können. Weil man selten derart große Planeten um relativ leichte Sterne findet, wie das hier der Fall ist, vermuten die Forscher außerdem, dass sich der Planet noch in der Entwicklungsphase befindet.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte