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News: Zwei Raumsonden an der Grenze unseres Sonnensystems

Vor 30 Jahren starteten die Voyager-Raumsonden der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, um die größten Planeten unseres Sonnensystems zu erforschen. Heute befinden sie sich mehrere Milliarden Kilometer von der Erde entfernt und steuern auf den interstellaren Raum zu.
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Kein anderes von Menschenhand hergestelltes Objekt ist weiter von der Erde entfernt als die Raumsonde Voyager 1. Am 5. September des Jahres 1977 startete sie und befindet sich derzeit in einer Distanz von rund 15,5 Milliarden Kilometer von der Sonne – mehr als die dreifache Entfernung von unserem Zentralgestirn zum Zwergplaneten Pluto. Ihre Schwestersonde Voyager 2 ist derzeit etwa 12,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Noch immer senden die beiden Raumsonden regelmäßig Daten zur Erde. Ihre Messungen des Sonnenwindes, energiereicher Partikel sowie von Magnetfeldern und Radiowellen geben den Wissenschaftlern Aufschluss über ein bisher unerforschtes Gebiet: die Grenze unseres Sonnensystems zum interstellaren Raum.

Die Sonne ist von einer riesigen Blase aus geladenen Teilchen umgeben, die weit über die Planetenbahnen hinausreicht. Diese so genannte Heliosphäre erzeugt der Sonnenwind. Seine Teilchen bewegen sich mit hoher Geschwindigkeit von der Sonne weg. Voyager 1 fliegt derzeit durch eine Zone, in welcher der Sonnenwind auf interstellares Gas trifft und dadurch rasch an Tempo verliert.

In der Heliopause dominiert das interstellare Gas. An diesem Punkt, den die Raumsonde vermutlich innerhalb der nächsten zehn Jahre passieren wird, endet das Sonnensystem. „Wir sind auf die Daten gespannt, die wir in Zukunft noch von unserem „Spähtrupp“ erhalten werden“, so der NASA-Projektmanager Ed Massey.

Die Voyager-Sonden erkundeten in den 1980er Jahren die Gasriesen Jupiter und Saturn und flogen erstmals an Uranus und Neptun vorbei. Dabei entdeckten sie auf dem Jupitermond Io spektakuläre Ausbrüche aktiver Vulkane. Auf dem Neptunmond Triton entdeckte Voyager 2 Geysire, die kilometerhoch aufstiegen und das, obwohl Triton einer der kältesten Körper in unserem Sonnensystem ist. Seine Oberflächentemperatur liegt mit rund minus 230 Grad Celsius nur um 40 Grad Celsius über dem absoluten Nullpunkt.
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Eine interstellare Grußbotschaft | Abgebildet ist die vergoldete Plakette, welche die beiden Raumsonden Voyager 1 und 2 mit sich führen. Sie enthält Grußbotschaften, Bilder und eine Skizze, welche die Position der Erde relativ zu den nächsten Pulsaren angibt.
Ursprünglich waren die Planetenmissionen auf vier Jahre ausgelegt. Nun hoffen die Forscher der NASA, dass die Sonden mindestens bis zum Jahr 2020 Daten liefern. Neben den Messgeräten befindet sich eine vergoldete Kupferplatte an Bord beider Sonden. Sie enthält Grußbotschaften in über fünfzig Sprachen, angefangen vom jahrtausendealten Akkadisch bis zum modernen chinesischen Wu. Daneben gibt es Bilder der Erde und eine Anleitung, wie unser Planet zu finden ist. Allerdings wird es mindestens vierzigtausend Jahre dauern, bis sich die Voyager-Sonden erstmals einem anderen Sonnensystem nähern.

AK

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