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Ferne Welten: Zwei weitere Neptun-große Exoplaneten entdeckt

55 Cancri mit PlanetLaden...
Wenige Tage nachdem Astronomen der Europäischen Südsternwarte ihre Entdeckung eines extrasolaren Planeten von rund 14 Erdenmassen verkündet haben, berichten nun Kollegen aus den USA über zwei weitere Exoplaneten mit ähnlicher Masse. Beide Planeten wurden mit Hilfe der Radialgeschwindigkeitsmethode entdeckt, bei welcher die Dopplerverschiebung des Spektrums eines Sterns Aufschluss über Masse und Bahnparameter eines im Orbit befindlichen Planeten gibt.

Den ersten Planeten hat ein Team um Paul Butler von der Carnegie Institution of Washington und Geoffrey Marcy von der Universität von Kalifornien in Berkeley um den Stern Gliese 436 im Sternbild Löwe (Leo) ausgemacht. Die Forscher haben mit dem Keck-Doppelteleskop auf Hawaii rund 950 nahe Sterne aufs Korn genommen; 150 davon waren so genannte Zwergsterne der Klasse M, die eine eher geringe Masse besitzen und vergleichsweise kalt sind. An dem 33 Lichtjahre entfernten Gliese 436, der ebenfalls zu dieser Gruppe gehört, scheint nun ein Planet von etwa 21 Erdenmassen mit seiner Schwerkraft zu ziehen, der den Stern alle 2,64 Tage umrundet. Der Radius der Umlaufbahn entspricht dabei nur drei Prozent des Erdbahnhalbmessers.

Die zweite Entdeckung gelang einem Team um Barbara McArthur von der Universität von Texas in Austin. Bereits 2002 hatten die Astronomen drei Planeten um den sonnenähnlichen Stern 55 Cancri ausgemacht. Das Dopplerspektrum wies jedoch bei genauem Hinsehen weitere Unregelmäßigkeiten auf. Zusammen mit den Beobachtungsdaten des Hobby-Eberly-Teleskops lässt sich nun auf einen vierten Planeten von 18 Erdenmassen schließen. Dessen Umlaufdauer beläuft sich auf 2,81 Tage, wobei der Bahndurchmesser nur 3,8 Prozent des Erdorbits entspricht. 55 Cancri ist ein gelber sonnenähnlicher Stern, der sich rund 41 Lichtjahre von uns im Sternbild Krebs (Cancer) befindet.

Über die Beschaffenheit der Planeten lässt sich derzeit keinerlei Aussage treffen. Es ist möglich, dass es sich um Gasriesen wie Jupiter handelt, aber auch Gesteinsplaneten wie unsere Erde sind denkbar.
02.09.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 02.09.2004

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