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Bilingualität: Zweisprachigkeit vergrößert Hirnstrukturen

Zweisprachig aufgewachsene Menschen haben in ihrem Gehirn einen erhöhten Anteil an grauer Substanz. Je früher die zweite Sprache erlernt wird, umso größer ist der Effekt.

Andrea Mechelli und seine Kollegen vom University College London hatten mit voxelbasierter Morphometrie – ein von Neurowissenschaftlern häufig eingesetztes bildgebendes Verfahren – die Hirnstrukturen von Personen untersucht, die mit Englisch und Italienisch aufgewachsen waren. Dabei zeigte sich insbesondere bei denjenigen, die vor ihrem fünften Lebensjahr die Zweitsprache erlent hatten, ein im Vergleich zu einsprachig aufgewachsenen Personen höherer Anteil der grauen Substanz im Scheitellappen. Wurde die zweite Sprache im Alter zwischen 10 und 15 Jahren erlernt, war der Effekt nicht so stark ausgeprägt, aber immer noch deutlich. Je mehr graue Substanz der Scheitellappen enthielt, desto besser beherrschten die Versuchspersonen ihre Zweitsprache.

Als graue Substanz werden die Bereiche der Hirnrinde und des Rückenmarks bezeichnet, in denen vor allem die Zellkerne der Nervenzellen liegen. Sie unterscheidet sich auf Grund ihrer Färbung deutlich von der darunter liegenden weißen Substanz mit den Nervenfasern der Neurone.

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