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Kognitionsforschung: Zweisprachigkeit vermindert Nachlassen kognitiver Fähigkeiten

Zweisprachigkeit erhöht die Fähigkeit, auch im Alter noch anspruchsvolle kognitive Aufgaben zu bewältigen. Dies zeigen die Ergebnisse einer Studie von Wissenschaftlern um Ellen Bialystok von der Universität York, in der insgesamt 104 ein- und zweisprachig aufgewachsene Testpersonen mittleren und fortgeschrittenen Alters dem so genannten Simon-Test unterzogen wurden, um die Teilnehmer bei schnell wechselnden Aufgabenstellungen gezielt zu verwirren und dabei ihr Reaktionsvermögen zu analysieren.

Die 30- bis 89-jährigen Kandidaten beobachteten sich rasch über einen Bildschirm bewegende Quadrate und bestätigten durch Knopfdruck, wenn diese sich in einem bestimmten Bereich des Monitors befanden. In allen drei Einzelstudien reagierten die zweisprachigen Versuchspersonen, die jeweils seit ihrem zehnten Lebensjahr täglich eine zweite Sprache benutzt hatten, wesentlich schneller als die einsprachigen und ließen sich weniger stark von überflüssigen Informationen ablenken.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Zweisprachigkeit bis ins hohe Alter die Bewältigung vieler verschiedener, komplexer kognitiver Aufgaben fördert, da ständig beide Sprachen im Gehirn getrennt werden müssen und so gleichzeitig eintreffende Informationen besser verarbeitet werden.

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