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Frühmittelalter: Zweite Wikingerstadt in Irland entdeckt

Die Wikinger
"Meine Mutter sagte / Mir gebühre ein Kriegsschiff / Bald mit rüstigen Männern / Raub zu holen als Wikinger". Diese Zeilen aus der Feder des Wikingerhäuptlings Egill Skallagrímsson sind knapp 1000 Jahre alt und zeugen von der damals schon langen, räuberischen Tradition der Nordmänner. Seit 200 Jahren suchten sie unter anderem auch die irische Küste heim. Rund 70 Kilometer nördlich von Dublin sind Forscher nun auf die Überreste einer Siedlung gestoßen.

Die Wikinger in Irland ... | ... errichteten zwei Außenposten: Linn Duchaill und Dúbh Linn, die heutige Stadt Dublin.
Unweit von Annagassan entdeckten sie 200 Objekte, eine Tischlerei und Hinweise, dass hier einst Schiffe gebaut wurden. Außerdem konnte ein Geophysiker vier Meter unter der Erde Straßen ausfindig machen, deren Anordnung untypisch für die frühe irische Bauart ist.

Bei der Siedlung handelt es sich um das aus mittelalterlichen Chroniken bekannte Linn Duchaill. Die Stadt war neben Dúbh Linn, dem heutigen Dublin, eine der zwei großen Außenposten der Wikinger in Irland. Dort plünderten sie vor allem Klöster – nach einer Eroberung des Landes strebten sie indes nicht. Vielmehr gründeten sie entlang der Küste Handelsniederlassungen.

Die Bewohner von Annagassan vermuten übrigens schon seit langem, dass sie in einer ehemaligen Wikingerstadt leben. Bis heute feiern sie jedes Jahr ein großes Fest zu Ehren der räuberischen Seefahrer aus Norwegen.

Christine Baumgartner

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