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Geophysik: Zweites schweres Erdbeben erschüttert Indonesien

Erneut wurden Einwohner Indonesiens Opfer eines Seebebens im Indischen Ozean. Vorläufigen Angaben zufolge sollen allein auf der nordwestlich vor Sumatra liegenden Insel Nias mindestens 2000 Menschen ums Leben gekommen sein und etwa zehntausend ihr Obdach verloren haben. Dieses Beben mit einer Magnitude von 8,7 hat jedoch keine große Flutwelle erzeugt. Die Behörden haben ihre Tsunami-Warnungen zurückgezogen.

Wissenschaftler der Universität Ulster in Großbritannien hatten erst kürzlich vor einer erneuten Bedrohung der Region durch Seebeben und Tsunamis gewarnt. John McCloskey und seinen Kollegen zufolge hat das katastrophale Seebeben im Dezember letzten Jahres enormen Druck auf die Subduktionszone des Sunda-Grabens und die Sumatra-Verwerfung erzeugt und so die Wahrscheinlichkeit für weitere Beben stark erhöht.

Das damalige Seebeben hatte mit einer Magnitude von neun und einem darauf folgenden Tsunami ungefähr 300 000 Opfer gefordert. Das neue Beben hat zwar weniger Energie freigesetzt, wäre aber trotzdem stark genug gewesen, um eine große Flutwelle auszulösen. Dass es nicht dazu kam, ist vermutlich auf eine überwiegend horizontale Bewegung des Meeresbodens zurückzuführen. Nur bei einer starken Auf- oder Abwärtsbewegung des Bodens entstehen Tsunamis. Beide Erdbebenherde befanden sich etwa in dreißig Kilometern Tiefe, in der Nähe der Insel Simeulue.

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