Direkt zum Inhalt

Metalle: Indium

Symbol: In
Kategorie: Metalle
Ordnungszahl: 49
Relative Atommasse: 114,82
Schmelzpunkt: 429,32 K
Siedepunkt: 2353 K
Dichte: 7,31 g cm-3
Elektronegativität: 1,5
Ionisierungsenergie: 5,786 eV
Konfiguration: [Kr] 4d10 5s² 5p
Oxidationszahlen: 3, 2, 1
Atomradius: 162,6 pm
Ionenradius: 92 pm (+3); 132 (+1)

Das Metall Indium ist ein sehr weiches, weißliches Metall, das man, ähnlich wie Natrium, mit dem Messer schneiden kann. Wenn man Indium verbiegt, gibt es ein quietschendes Geräusch, weil Kristalle in dem Metall brechen, statt sich zu verformen. Das Metall entsteht in roten Riesensternen und verschmelzenden Neutronensternen. In der Erdkruste ist Indium mit einer Konzentration von etwa einem Zwanzigstel Milligramm pro Kilogramm eines der selteneren Elemente, aber häufiger als Gold und die Platinmetalle. Indium ähnelt in gewisser Hinsicht dem Gallium. Sein Schmelzpunkt ist mit 157 Grad Celsius für ein Metallsehr niedrig, aber höher als der des Galliums, das in der Hand schmilzt. In wässriger Lösung liegt es wie Gallium als dreiwertiges Ion vor; es ist mäßig reaktiv und bildet an der Luft mit Sauerstoff eine passivierende Oxidschicht. Unter allen Elementen ist es am besten bei Raumtemperatur in Quecksilber löslich.

Wegen seiner Seltenheit in der Erdkruste bildet Indium keine eigenen Lagerstätten und auch nur wenige eigene Minerale. Es ist in einigen Zink- und Kupfersulfiden angereichert und fällt bei deren Abbau als Nebenprodukt an. Wegen dieser starken Abhängigkeit von der Produktion anderer Metalle sowie dem stark steigenden Verbrauch gilt Indium als eines der am stärksten von zukünftigem Mangel bedrohten Elemente.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Indium ein wichtiges Legierungselement in Metallen jenseits von Eisen, zum Beispiel in Flugzeugmotoren, inzwischen verwendet man Indiumlegierungen mit niedrigem Schmelzpunkt in Thermometern für hohe Temperaturen, oder als Elemente in Sprinkleranlagen, die bei steigenden Temperaturen durchschmelzen. Das meiste Indium verarbeitet man heute zu Materialien für Halbleiteranwendungen, beginnend mit Indiumphosphid. Das durchsichtige, elektrisch leitende Indiumzinnoxid (ITO) ist als dünne Schicht in allen Arten von LED-Bildschirmen unverzichtbar. Moderne Dünnschicht-Solarzellen, die CIGS-Zellen, basieren auf dem Halbleiter Kupfer-Indium-Galliumselenid. In der Nukleartechnik dient Indium als Neutronenabsorber in den Steuerstäben von Kernreaktoren, mit einer dünnen Schicht Indium verspiegelt man Glasfassaden von Hochhäusern – was nicht immer eine uneingeschränkt gute Idee ist.

© Spektrum.de

Partnerinhalte