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Nichtmetalle: Selen

Symbol: Se
Kategorie: Nichtmetalle
Ordnungszahl: 34
Relative Atommasse: 78,96
Schmelzpunkt: 490 K
Siedepunkt: 958,1 K
Dichte: 4,82 g cm-3
Elektronegativität: 2,5
Ionisierungsenergie: 9,752 eV
Konfiguration: [Ar] 3d10 4s² 4p4
Oxidationszahlen: 6, 4, -2
Atomradius: 116 pm
Ionenradius: 69 pm (4+); 191 pm (-2)

Das Element Selen kommt in drei Varianten vor, einer grauen, einer schwarzen und einer roten. Chemisch und physikalisch ähnelt es dem Schwefel, zum Beispiel ersetzt es das Element teilweise in Erzmineralen, und schwefelhaltige Aminosäuren gibt es auch als Selenvarianten. Selenverbindungen riechen weit unangenehmer als die ohnehin schon übelriechenden Schwefelverbindungen. Das Element entsteht in sterbenden Riesensternen, indem Atomkerne langsame Neutronen einfangen und dadurch immer schwerer werden. In der Erdkruste ist Selen mit einer Konzentration von Bruchteilen eines Milligramms pro Kilogramm eines der seltenen Elemente, aber häufiger als Palladium, Platin oder Gold. Dennoch ist es recht gut zugänglich, weil es in Sulfiderzen vorkommt, die weltweit in sehr großen Mengen abgebaut wird. Sehr selten findet man Selen in der Natur auch als reines Element.

Die wichtigste Quelle des Elements sind die schwefelhaltigen Erze von Kupfer, Nickel oder Blei, in denen Schwefel teilweise durch das ähnliche Selen ersetzt ist. Eine besonders ergiebige Quelle ist der Anodenschlamm der Kupferraffination. Weltweit werden über 2000 Tonnen Selen pro Jahr produziert. die erste industrielle Anwendung von Selen waren einfache Fotozellen, die darauf basierten, dass das Nichtmetall unter Lichteinfall seinen elektrischen Widerstand ändert. Später machten seine Halbleitereigenschaften das Element auch für Dioden interessant.

Die bedeutendste Anwendung für Selen ist die Glasherstellung. Das Element färbt Gläser rötlich und gleicht dadurch den leicht grünlichen Farbton aus, den das Glas durch das allgegenwärtige Eisen annimmt. Mit etwas mehr Selen erhält man orangefarbene oder rote Töne. Bei der Produktion von Mangan durch Elektrolyse reduziert ein wenig Selendioxid die nötige Stromstärke; in Messing ersetzt Selen Blei, außerdem ist es ein kleineres Legierungselement in Kupfer und Stahl. Kleinere Mengen Selen setzt man in Solarzellen, Fotodetektoren, als Katalysator in der Gummiherstellung und als Tonerzusatz für Schwarz-weiß-Fotos ein. Zu viel Selen in der Nahrung verursacht bei Mensch und Tier die Drehkrankheit, deswegen wird Vieh auf den Weiden zum Beispiel von einer bestimmten Wickenart ferngehalten, die über ein Prozent Selen enthalten kann.

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