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ÄrzteTag: Ein Jahr neuer Labor-EBM

Seit Januar 2025 gilt der neue Labor-EBM. Was hat sich seitdem in Laboren und im Zusammenspiel zwischen Zuweisern und Laborpraxen verändert? ALM-Vorsitzender Dr. Michael Müller zieht im »ÄrzteTag«-Podcast Bilanz.
Blutprobe im Reagenzglas

Der Fahrdienst fährt nicht mehr so häufig, die Versorgungsdichte hat abgenommen, der Konzentrationsprozess der Labore setzt sich weiter fort, aber diese Veränderungen finden in der Stille statt und sind nur dann spürbar, wenn es mal wirklich schnell gehen muss – aber nicht so einfach geht: Die Zwischenbilanz des Vorsitzenden der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e. V.), Dr. Michael Müller, zu den Folgen der EBM-Laborreform von Januar 2025 fällt eher negativ aus.

Im »ÄrzteTag«-Podcast berichtet der Facharzt für Labormedizin und Geschäftsführer des Labors 28 in Berlin, dass sich die Simulationsrechnungen der Fachlabore vor der EBM-Reform für die Labore von 2024 alle bestätigt hätten. Teilweise sei es sogar noch schlimmer gekommen.

Müller rekapituliert im Gespräch nochmals die einzelnen Änderungen für die Labore. Er spricht über die Höherbewertung des ärztlichen Leistungsanteils und die Verbesserungen bei den Transportpauschalen auf der einen Seite und über die Abwertungen bei den Leistungsvergütungen, die teilweise erheblich ausfielen und auch andere Fachgruppen, die mit Eigenlabor arbeiten, teilweise heftig treffen, so etwa Diabetologen und Rheumatologen, aber auch Gynäkologen. Auch die daraus resultierenden Änderungen im Zuweiserverhalten sind Thema.

Im Podcast führt der Laborarzt aus, warum bei der Reform nicht von einem Nullsummenspiel die Rede sein könne, das den Laboren am Ende nicht mehr, aber auch nicht weniger Honorar gebracht hätte. Müller beschreibt die Wirkungen der Quotierung, die den Laboren weitere erhebliche Kürzungen bringt, und er geht auf die Wirkung der im Nachgang gesenkten Wirtschaftlichkeitsboni ein, mit denen die Vertragsärzte jetzt zu rechnen haben.

Nicht zuletzt kritisiert der ALM-Vorsitzende die voraussichtlichen Auswirkungen der anstehenden GOÄ-Novelle, die in den nächsten ein bis zwei Jahren umgesetzt werden könnte. Teilweise – bei rund 100 Leistungen – werde dann die Privatabrechnung schlechter dotiert sein als die Kassenleistung, prophezeit Müller. Im Podcast beziffert er die Folgen für die Fachlabore durch die »enormen Abwertungen« mit konkreten Zahlen und äußert die Hoffnung, dass es im Verordnungsprozess noch zu Änderungen kommen werde.

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