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Spektrum-Podcast: Kann man Lügen an der Stimme erkennen?

Die forensische Phonetik versucht, Verbrechen mithilfe von Geräuschen aufzuklären. Gibt es einen phonetischen Fingerabruck? Und können wir Lügen wirklich anhand der Stimme erkennen?
Zwei sich überschneidende Sprechblasen auf rotem Hintergrund, die ein Venn-Diagramm darstellen. Die linke Blase ist gelb, die rechte beige, und der Überlappungsbereich ist dunkelblau. Dieses Diagramm symbolisiert die Schnittmenge von Ideen oder Gesprächen.

Die forensische Phonetik ist eine Disziplin, die sich mit der wissenschaftlichen Analyse von Stimmen und Geräuschen befasst. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen, ähnlich wie bei anderen forensischen Disziplinen, zur Aufklärung von Verbrechen beitragen.

Bekannt wurde die forensische Phonetik durch Thriller wie die Auris-Reihe von Sebastian Fitzek und Vincent Kliesch. Sie handelt von einem forensischen Phonetiker, der mit außergewöhnlich präzisen Stimm- und Geräuschanalysen Verbrechen aufklärt. Sogar Körpergröße, Gewicht, Emotionen oder Lügen kann der Protagonist verlässlich erkennen. Teilweise leitet er aus der Stimme sogar medizinische Diagnosen ab. Doch ist so etwas in der Realität wirklich möglich?

Chancen und Grenzen der forensischen Phonetik

Physikalisch gesehen sind Geräusche Schwingungen, minimale Luftdruckveränderungen, die sich als Schallwellen ausbreiten. In der forensischen Praxis geht es daher weniger darum, was gesagt wird, sondern wie es gesagt wird.

Die Stimmanalyse macht sich zunutze, dass jede Stimme einzigartig ist. Ihr Klang wird durch anatomische Faktoren wie die Länge der Stimmlippen, aber auch durch linguistische Merkmale wie Dialekt, Sprechtempo, Melodie oder individuelle Gewohnheiten bestimmt. Expertinnen und Experten können anhand solcher Merkmale Rückschlüsse auf die Sprechenden ziehen.

Dennoch gibt es keinen phonetischen Fingerabdruck: Stimmen lassen sich nie zweifelsfrei einer Person zuordnen. Auch Lügen sind nicht so leicht erkennbar, wie es Romane und Filme manchmal glauben lassen.

Generell gilt, dass Analysetools der forensischen Phonetik, die in der fiktionalen Literatur beschrieben werden, häufig eine sinnvolle physikalische Grundlage haben. Die erforderlichen Bedingungen für den Einsatz dieser Tools sind allerdings extrem unrealistisch.

Laura Lehmann von Spektrum der Wissenschaft erklärt im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer, warum die forensische Phonetik dennoch ein faszinierendes Werkzeug ist.

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