Forschungsquartett: Heilung für Krebskranke? Wie Impfungen künftig helfen könnten

Therapeutische Impfungen, individuell angepasst
Laut einer aktuellen Studie von The Lancet könnten bis 2050 jährlich mehr als 18 Millionen Menschen an Krebs sterben. Doch eine neue Art von Impfstoffen könnte Betroffenen künftig helfen, den Krebs zu besiegen – gemeint sind die sogenannten individuellen therapeutischen Krebsimpfungen. Anders als klassische Impfungen, die präventiv wirken, sollen diese Impfstoffe das Immunsystem dazu befähigen, bereits bestehende Tumore gezielt zu bekämpfen. Das Besondere daran ist der individualisierte Ansatz, erklärt Wissenschaftlerin Dr. Simone Steiner. Da jeder Tumor genetisch einzigartig ist, wird der Impfstoff für jede Patientin und jeden Patienten maßgeschneidert:
»Das Spezielle daran ist, dass jeder Patient eigentlich ein anderes Set von Antigenen bekommt.«Dr. Simone Steiner, technischer Direktorin bei Transgene
Neue Therapien dank KI möglich
Ohne den Einsatz von Künstlicher Intelligenz wäre die Recherche um diese neuen Krebsimpfungen kaum möglich: Die KI analysiert das gesamte Genom des Tumors eines Patienen oder einer Patientin, um genau die Mutationen herauszufiltern, auf die das Immunsystem am stärksten reagiert. Die Forschung um individuelle thearpeutische Impfstoffe steckt allerdings in der Anfangsphase. Daran arbeiten die Techfirmen Transgene im französischen Straßburg und Nouscom in Basel, in der Schweiz. Bis es zu einer Markteinführung kommt, braucht es noch Zeit, sagen die Fachleute: Die Impfstoffe werden aktuell klinisch getestet.
Über die ersten klinischen Resultate dieser Forschung und die Wirkungsweise der Impfstoffe sprechen detektor.fm-Redakteurin Astrid Jurquet und detektor.fm-Moderatorin Ina Lebedjew im »Forschungsquartett«. Wissenschaftliche Fragen zum Thema beantwortet Dr. Simone Steiner. Sie ist technische Direktorin bei der Biotechfirma Transgene in Straßburg, Frankreich.
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