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Geschichten aus der Mathematik: Hermann Weyl und sein Fehler, der zur Quantenphysik führte

Hermann Weyl glaubt, etwas Großem auf der Spur zu sein. War er auch – allerdings etwas anderem, als ursprünglich gedacht. Darum geht es in dieser Podcast-Folge von »Geschichten aus der Mathematik«.
Ein abstraktes Spektrogramm mit wellenförmigen Linien in Blau- und Violetttönen auf schwarzem Hintergrund. Die Linien verlaufen symmetrisch von der Mitte aus und zeigen die Intensität und Frequenzverteilung eines Schallsignals. Die Darstellung vermittelt ein Gefühl von Bewegung und Energie.

Es ist Hermann Weyls großes Glück, in einer Zeit zu forschen, in der Albert Einstein, Erwin Schrödinger, Werner Heisenberg und Co seine Kollegen sind. Zwischen den großen Köpfen der 1920er und 1930er entsteht ein reger Austausch, mit Einstein und Schrödinger verbringt Weyl viel Zeit in Zürich. Dort unterläuft ihm auch ein folgenschwerer Fehler:

»Denn auch wenn jetzt seine Idee zur Eichtheorie der Schwerkraft falsch war, ruht inzwischen die gesamte Quantenphysik darauf«Manon Bischoff

Vom Studenten zum Kollegen auf Augenhöhe

Hermann Weyls mathematisches Talent wird von seinem Vater wohl schon früh entdeckt. Seinen ersten richtigen Förderer hat Weyl dann aber zu Abiturzeiten: Durch Kontakte seines Direktors kommt Weyl, der übrigens von seinen Freunden nur Peter genannt wird, obwohl er gar nicht so heißt, schließlich zum Studium nach Göttingen. Die Universität in Niedersachsen gilt zur damaligen Zeit als absolutes Zentrum der naturwissenschaftlichen Elite.

Weyl ist schnell von seinem späteren Doktorvater und schließlich auch Kollegen David Hilbert angetan. Er verschlingt alles, was sein Dozent veröffentlicht – auch, wenn er längst nicht alles versteht. In nur wenigen Jahren wird aus dem Studenten Hermann Weyl ein anerkannter Wissenschaftler, erst in Göttingen, dann in Zürich, zuletzt auch in Princeton.

»Und dabei wird er auch immer auf Kolleginnen und Kollegen aufschauen und bescheiden seine Bewunderung für sie zum Ausdruck bringen. Was für mich eine sehr schöne Eigenschaft von ihm ist«Demian Nahuel Goos

Heute sind vor allem zwei Stärken Weyls in besonderer Erinnerung geblieben. Zum einen die Fähigkeit, Brücken zwischen den unterschiedlichen Wissenschaften zu schlagen. Mit Leichtigkeit gelingt es ihm, sich in die Mathematik hineinzudenken, aber auch in die Physik oder Philosophie. Weyl gilt heute als einer der letzten Universalgelehrten der Moderne. Zum anderen die Fähigkeit, seine Anerkennung und Würdigung seiner Kollegen und Kolleginnen auszudrücken, findet Demian Nahuel Goos. Mit ihm und Manon Bischoff von Spektrum der Wissenschaft spricht detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz über Hermann Weyls großes Talent, seinen größten Denkfehler – und warum der auch sein vielleicht größter Durchbruch sein könnte.

»Geschichten aus der Mathematik« ist ein detektor.fm-Podcast in Kooperation mit Spektrum der Wissenschaft. Die Idee für diesen Podcast ist durch Demian Nahuel Goos am MIP.labor entstanden, der Ideenwerkstatt für Wissenschaftsjournalismus zu Mathematik, Informatik und Physik an der Freien Universität Berlin, ermöglicht durch die Klaus Tschira Stiftung.

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