Spektrum-Podcast: Die Grenzen des eigenen Geistes überwinden

Der Mensch versucht schon immer, sein Bewusstsein gezielt zu verändern. Bereits seit Jahrtausenden sind Atemtechniken, Hypnose, Meditation oder bestimmte Rituale gebräuchlich, um veränderte Bewusstseinszustände zu erleben – ganz ohne psychoaktive Substanzen.
Solche Praktiken existieren in vielen Kulturen, etwa in schamanischen Ritualen, hinduistischen Gesängen oder Trancetänzen. Heute erleben Methoden wie Breathwork, Yoga und Hypnose einen Boom. Breathwork ist eine bewusste Atemarbeit, häufig verbunden mit intensiver Hyperventilation. Durch schnelles, tiefes Atmen sinkt der Kohlendioxidgehalt im Blut. Dadurch verändern sich Blutfluss und Sauerstoffversorgung im Gehirn.
Bewusstsein ohne Drogen verändern
Solche Techniken können teils psychedelisch wirkende Erfahrungen auslösen. Teilnehmende berichten von einem veränderten Bewusstsein, von Ego-Auflösung, intensiven Emotionen oder einem Gefühl tiefer Verbundenheit. Hirnscans zeigen Parallelen zu psychedelischen Zuständen: Bestimmte Hirnregionen, die mit Körperwahrnehmung, Emotionen und Gedächtnis zusammenhängen, verändern ihre Aktivität.
Ähnliche Erfahrungen gibt es im Bereich Hypnose. Als Zustand intensiver Konzentration und veränderter Wahrnehmung zeigt sich in Studien, dass Hypnose tatsächlich Wahrnehmung und Verhalten beeinflussen kann. Hirnforschende vermuten, dass dabei mehrere Netzwerke im Gehirn zusammenspielen, die Aufmerksamkeit, Selbstwahrnehmung und Reizverarbeitung steuern.
Doch hier bleiben noch viele Fragen offen. Insgesamt steht die Forschung in diesem Bereich noch am Anfang. Viele Studien haben kleine Stichproben und liefern uneinheitliche Ergebnisse. Dabei wären gesicherte Erkenntnisse hochinteressant: Neurowissenschaft und Psychologie versuchen zu verstehen, was genau im Gehirn passiert und ob diese Techniken therapeutisches Potenzial haben – etwa bei Depressionen, Angststörungen oder Traumata. Gleichzeitig warnen die Forschenden davor, die bisherigen Ergebnisse zu überschätzen. Vieles sei faszinierend, aber noch nicht ausreichend verstanden.
Anna Lorenzen ist Redakteurin bei »Spektrum der Wissenschaft«. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer erklärt sie, wie Menschen ihr Bewusstsein gezielt und ohne Drogen verändern. Sie geht dabei auch auf Gefahren und Grenzen dieser Techniken ein.
Alle Podcasts im Überblick
Noch mehr hören? Die besten deutschsprachigen Wissens-Podcasts gibt es auf Spektrum.de. Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht.
Wenn Sie Feedback, Lob oder Kritik zu diesem Podcast haben, können Sie die Redaktion per E-Mail kontaktieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.