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Geschichten aus der Mathematik: Hypatia und das Ende der antiken Wissenschaft

Hypatia gilt als die erste große Mathematikerin der Geschichte – und gleichzeitig gibt es kein einziges eigenes Werk von ihr. Wie also hat sie die Mathematik geprägt und was wissen wir über sie?
Eine historische Festung mit einer ägyptischen Flagge weht auf einem Turm, umgeben von mehreren Gebäuden. Im Vordergrund befinden sich zahlreiche Boote, die im Wasser vor Anker liegen. Der Himmel ist bewölkt, und die Szene wird von warmem Sonnenlicht beleuchtet.
Der Hafen von Alexandria heute: Wo einst die antike Metropole mit Leuchtturm und Bibliothek das Mittelmeer prägte, liegt nun die moderne Hafenstadt am selben geschichtsträchtigen Küstenstreifen.

Das Alexandria der Spätantike ist der Place to be für alle Forschenden und jene, die welche werden wollen. Das Museion im Hafenviertel der Stadt gilt als die Blaupause für heutige Universalbibliotheken, damals war es die größte Bibliothek ihrer Zeit. Abertausende Schriften sollen dort aufbewahrt worden sein – beziffern lässt sich das Ausmaß heute leider nicht mehr.

Hypatia wächst in Alexandria auf, ihr Vater bringt ihr Mathematik, Philosophie und Astronomie bei. Theon von Alexandria ist selbst Gelehrter, führt ein eigenes Institut, ist in der Stadt angesehen. Bald schon überragt die Tochter den Intellekt des Vaters, wird von der Schülerin erst zur Kollegin, später zur Nachfolgerin und somit Leiterin der Schule. Ähnlich wie ihr Vater genießt auch Hypatia hohes Ansehen: bei ehemaligen Schülerinnen und Schülern, bei Politikern und anderen Gelehrten, auch weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Die große Mathematikerin ohne eigenes Werk

Eigene Werke und Schriften hat Hypatia nicht hinterlassen, ihre Lehren stehen heute nicht in Schulbüchern oder sind Bestandteil eines Seminars an der Universität. Und doch gilt sie als eine der großen Mathematikerinnen der Antike, vielleicht sogar als die erste Mathematikerin überhaupt. Und doch ist es heute, mehr als 1500 Jahre später, vor allem Hypatias Tod, der in Erinnerung geblieben ist. Denn ihr Tod ist so brutal wie sinnlos: Hypatia wird ermordet.

Ihre Ermordung stellt den Höhepunkt der politischen und gesellschaftlichen Spannungen innerhalb Alexandrias dar. Was wir sonst noch über Hypatia wissen und was wir von ihrem Leben lernen können, besprechen Manon Bischoff und Demian Nahuel Goos mit Moderatorin Rabea Schloz.

»Geschichten aus der Mathematik« ist ein detektor.fm-Podcast in Kooperation mit Spektrum der Wissenschaft. Die Idee für diesen Podcast ist durch Demian Nahuel Goos am MIP.labor entstanden, der Ideenwerkstatt für Wissenschaftsjournalismus zu Mathematik, Informatik und Physik an der Freien Universität Berlin, ermöglicht durch die Klaus Tschira Stiftung.

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