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Spektrum-Podcast: Lässt sich Leben im Labor bauen?

Fachleute versuchen, künstliche Zellen zu erschaffen, die mehr können als die Natur. Ob das möglich ist und welche Hürden es noch gibt, erfahrt ihr im Spektrum-Podcast.
Eine detaillierte 3D-Darstellung einer gewundenen, spiralförmigen Struktur, die an eine DNA- oder RNA-Doppelhelix erinnert. Die Struktur besteht aus blauen und weißen Elementen, die sich regelmäßig entlang der Helix anordnen. Der Hintergrund ist in einem tiefen Violett gehalten, was die Struktur hervorhebt. Die Darstellung vermittelt ein wissenschaftliches und molekulares Thema.

Künstliches Leben zu erschaffen, ist eine große Herausforderung. Denn wo das Leben herkommt und ab wann man überhaupt von Leben sprechen kann, gibt Forscherinnen und Forschern bis heute Rätsel auf. Doch neue Ansätze sind vielversprechend.

Eine große Rolle spielt dabei der sogenannte Bottom-up-Ansatz: Statt bestehende Zellen genetisch zu verändern (Top-down), werden hier Zellen von Grund auf neu aus einzelnen Molekülen aufgebaut. Ziel ist es, ein System zu entwickeln, das sich selbst vervielfältigen und eine Evolution durchlaufen kann – ein möglicher Übergang von unbelebter zu lebendiger Materie.

Als Baumaterial nutzen Forscherinnen und Forscher hier unter anderem DNA- und RNA-Moleküle. Während DNA als stabiler Informationsträger dient, ermöglicht RNA durch ihre vielseitigen Faltungsstrukturen besonders komplexe Funktionen. Mithilfe von Computerdesign werden RNA-Sequenzen so entworfen, dass sie sich zu gewünschten Nanostrukturen falten. Fachleute nennen diese Technik »Origami«. Das Verfahren funktioniert unter physiologischen Bedingungen und lässt sich gut auf große Produktionsmengen erweitern, etwa mithilfe von Bakterienkulturen.

Künstliches Leben als Chance

Ein zentraler Vorteil des Bottom-up-Ansatzes liegt darin, dass er Lösungen ermöglicht, die die natürliche Evolution nie hervorgebracht hat. Denn die natürliche Evolution verläuft zwar zufallsgetrieben, ist dabei aber durch verschiedene Faktoren beschränkt: Ihr Startpunkt ist stets ein bereits existierender Organismus; jede neue Tochtergeneration muss lebens- und vermehrungsfähig sein und so weiter. Im Labor hingegen können neue Systeme entwickelt designt und durch gerichtete Evolution optimiert werden.

Langfristig möchte man künstliche Minimalzellen entwickeln, die grundlegende Eigenschaften des Lebens besitzen. Diese wären deutlich einfacher aufgebaut als heutige Zellen, könnten aber als Ausgangspunkt für synthetische Formen des Lebens dienen. Anwendungen reichen von medizinischen Therapien bis hin zu neuartigen biotechnologischen Systemen.

Frank Schubert ist Biologe und Redakteur bei »Spektrum der Wissenschaft«. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer erklärt er, wie die neuen Ansätze für künstliches Leben aussehen, warum sie so revolutionär sind und welche Hürden es für die Forschung derzeit noch gibt.

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