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Die großen Fragen der Wissenschaft: Können wir ewig leben, Björn Schumacher?

Ein Gespräch mit dem Alternsforscher Björn Schumacher über die biologischen Mechanismen des Alterns, Altersuhren, Longevity und unseriöse Versprechen der Anti-Aging-Industrie.
Ein älterer Mann und ein Kind stehen in einem sonnendurchfluteten Wald. Der Mann hält einen Gehstock und hält die Hand des Kindes. Beide blicken in die Ferne, umgeben von grünen Bäumen und goldenem Licht. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Verbundenheit in der Natur.

Sind wir dazu verdammt, zu altern und am Ende unseres Lebens an Krebs, Demenz und Osteoporose zu erkranken, oder lässt sich der Verfall aufhalten? Die Frage nach dem ewigen Leben treibt Menschen seit Jahrtausenden um, doch die Biologie liefert eine ernüchternde Antwort: Leben ist endlich. Die maximale Lebensdauer des Menschen wird auf etwa 120 Jahre geschätzt. Aber warum?

Björn Schumacher ist Leiter des Instituts für Genomstabilität in Alterung und Erkrankung an der Universität zu Köln und einer der profiliertesten Alternsforscher weltweit. Er sagt, dass das Altern im Grunde schon im Leben angelegt ist: Durch einen chemischen Prozess zerfallen Makromoleküle, die DNA verliert spontan ihre Basen. Leben ist somit nur durch ständige Reparatur und Regeneration möglich.

Evolutionsbiologisch wird der Körper so lange erhalten, wie es dauert, die nächste stabile Generation in die Welt zu setzen – weshalb zum Beispiel Schildkröten länger leben als Fadenwürmer. Das heißt: Alle Lebewesen altern, auch der Mensch, bloß je nach Spezies unterschiedlich schnell.

Länger gesund bleiben

Die Forschung sieht im Altern zwar einerseits einen natürlichen Prozess, aber andererseits ist es der größte Risikofaktor für alle chronischen Erkrankungen – von Demenz über Krebs bis hin zu Herz-Kreislauf-Leiden. Diese altersassoziierten Krankheiten treten oft geballt auf, ein Phänomen, das Mediziner als Multimorbidität bezeichnen. Die Verlängerung der Lebenszeit allein ist demnach nicht das primäre Ziel der Alternsforschung.

Es geht also darum, möglichst lange gesund zu bleiben und die biologische Uhr langsamer ticken zu lassen – aber wie? Die Forschung hat klare Evidenz für einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen gesammelt, erklärt Björn Schumacher im Podcast: nicht rauchen, regelmäßig Sport treiben, Kalorien reduzieren (also zum Beispiel Intervallfasten).

In dieser Ausgabe von »Die großen Fragen der Wissenschaft« sprechen Katharina Menne und Carsten Könneker mit Björn Schumacher über ewiges Leben, unseriöse Versprechen der Anti-Aging-Industrie und Faktoren, die das Leben wirklich verlängern können.

Podcast-Tipp »Die großen Fragen der Wissenschaft«

Was ist Zeit? Woher kommt das Leben? Wie ist das Universum entstanden? Im Podcast »Die großen Fragen der Wissenschaft« laden die Spektrum-Redakteure Katharina Menne und Carsten Könneker ein zu faszinierenden Reisen an die Grenzen unseres Wissens – von Quantenphysik bis Neurowissenschaft, von Meeresforschung bis Kosmologie. Sie fragen, was Forscherinnen und Forscher über die Welt, die Naturgesetze und das Leben wissen, wie sie arbeiten und was sie motiviert.

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