MAMA.konkret!: »Ich bin gut genug!« – Mutterschaft ohne digitalen Vergleich

Wenn Social Media zur Vergleichsfalle wird
Für viele Mütter gehört der Griff zum Smartphone am Abend zur Routine – sie suchen Zerstreuung, Entspannung, Ausgleich zum Alltag. Aber: Wer sich in sozialen Medien regelmäßig Inhalte zu Mutterschaft anschaut, landet häufig in einer thematischen Bubble. Der Algorithmus liefert immer mehr ähnliche Beiträge und verstärkt dadurch bestimmte Ideale. Die Folge: Aus Interesse wird Vergleich. Gerade Bilder von scheinbar perfekten Körpern nach der Schwangerschaft oder einem Familienalltag, der entspannt und problemlos läuft, können das Gefühl erzeugen, selbst nicht genug zu leisten. Es sei wichtig, die Mechanismen hinter den Plattformen zu verstehen und bewusst wahrzunehmen, was solche Inhalte mit den eigenen Gefühlen machen.
»Wenn ich mir ein Mal einen virtuellen Unfall anschaue, bekomme ich davon immer mehr ausgespielt. Deshalb müssen wir lernen, Abstand zu schaffen und nicht sofort auf jeden Reiz zu reagieren. Erst wenn zwischen Reiz und Reaktion ein kleiner Raum entsteht, können wir entscheiden, wie wir etwas bewerten und ob wir es überhaupt an uns heranlassen wollen.«Katia Saalfrank, Diplom-Pädagogin und Familientherapeutin
Echte Verbindung statt digitaler Erreichbarkeit
Neben der Frage, wie Mütter dem Vergleichsdruck standhalten bzw. ausweichen können, stellt sich auch die Frage, wie Familien generell einen gesunden Umgang mit digitalen Medien finden. Medienkompetenz beginne bei den Erwachsenen selbst: Wer die Wirkung von Algorithmen verstehe, könne auch Kinder besser begleiten.
»Meine Kinder sehen natürlich Mama am Handy. Ich versuche wirklich, das Handy so oft wie möglich wegzulegen. Es macht einen Unterschied. Ich bin zwar körperlich da, aber ich bin nicht emotional da. Und ich frage mich manchmal schon, welches Bild meine Kinder von mir als Mutter haben, wenn sie mich so oft mit dem Handy in der Hand sehen.«Julie Tan, Mama, Content-Creatorin und Gastgeberin
Kinder und Jugendliche, so Katia Saalfrank, würden häufig Verbindung suchen – viele Situationen, die Eltern als zusätzliche Anforderungen erleben, seien eigentlich Kontaktangebote ihrer Kinder. Es könne helfen, das Bedürfnis nach Nähe, Sicherheit oder Aufmerksamkeit dahinter zu erkennen. Eine kurze Umarmung, ein Blickkontakt oder ein gemeinsamer Moment würden dann oft ausreichen.
Wie Mütter bewusster mit sozialen Medien umgehen können und welchen Ratschlag Diplom-Pädagogin, Familientherapeutin und Elternberaterin Katia Saalfrank für Mütter und ihre Familien parat hat, das bespricht sie mit Host Julie Tan in der neuen Folge von »MAMA.konkret!«, dem Podcast von Julie Tan und detektor.fm.
Alle Podcasts im Überblick
Noch mehr hören? Die besten deutschsprachigen Wissens-Podcasts gibt es auf Spektrum.de. Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht.
Wenn Sie Feedback, Lob oder Kritik zu diesem Podcast haben, können Sie die Redaktion per E-Mail kontaktieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.