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Mission Energiewende: El Niño – Wie sich das Wetterphänomen auswirkt

2027 könnte eines der bisher heißesten Jahre seit Beginn der Messungen werden. Der Hauptgrund dafür ist das Wetterphänomen El Niño, das sich im Moment im Pazifik aufbaut. Darum geht es in der Folge des Podcasts »Mission Energiewende«.
El Niño

El Niño und Gegenspielerin La Niña wechseln sich ab

El Niño ist das wohl bedeutendste natürliche Klimaphänomen der Erde: Wenn sich die Passatwinde über dem Atlantik abschwächen, sammelt sich vor der Küste Südamerikas das warme Wasser. In Folge verschieben sich globale Wettermuster und die globale Durchschnittstemperatur springt nach oben, um bis zu 0,2 Grad Celsius. Alle zwei bis sieben Jahre kommt das vor. Dazwischen beobachten wir mit La Niña das Gegenteil. Die Passatwinde werden stärker und die Durchschnittstemperatur sinkt. Aktuell überschlagen sich verschiedene Medien mit Berichten, die vor dem nächsten »Super-El Niño« oder »Rekord-El-Niño« warnen. Der Klimaforscher und Meteorologe Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel ist in seiner Einschätzung der Lage zurückhaltender.

»Der kommende El Niño ist stark. Aber seine Stärke können wir eigentlich nicht so gut vorhersagen, weil wir nicht genau wissen, was die Stärke am Ende bestimmt.«Mojib Latif, Klimaforscher und Meteorologe

Folgen könnten global spürbar sein

El Niño bringt einigen Regionen der Welt Starkregen und Überschwemmungen, andere werden trockener und sind von Dürre betroffen, erklärt der Experte. Am stärksten sind die Auswirkungen demnach in und um den tropischen Pazifik spürbar, Europa ist verhältnismäßig wenig betroffen. Für uns könnten vor allem veränderte Preise im Supermarkt das Klimaphänomen greifbar machen. Ein Analystenteam von Goldman Sachs hat berechnet, dass die Lebensmittelpreise durch El Niño global um 15,8 Prozent steigen könnten. Aber auch eine erhöhte globale Durchschnittstemperatur wirkt sich auf Europa aus. Für 2027 rechnen Forschende deshalb mit neuen Temperaturrekorden.

»Rückkopplungen über die Atmosphäre sorgen dafür, dass sich zum Beispiel auch der Indische Ozean oder Teile des Atlantiks erwärmen. Das dauert seine Zeit, weil sich Wasser nicht so schnell erwärmt – und ist der Grund, warum oft im Jahr nach dem eigentlichen El Niño ein Temperaturrekord verzeichnet wird.«Mojib Latif

Wie Forschende messen, ob sich ein El Niño aufbaut und warum auch 2026 schon rekordverdächtige Temperaturen hervorbringen könnte, darüber sprechen detektor.fm-Redakteurin Marisa Becker und Moderatorin Ina Lebedjew in dieser Folge von »Mission Energiewende«.

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