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Mission Energiewende: Wie werden Regionen zu Klimalandschaften?

Über Jahrhunderte haben die Menschen Landschaften entwässert und entwaldet und damit Einfluss auf das Klima genommen. Was sind Agroforstsysteme und Keyline-Design und wie können diese Methoden im Kampf um mehr Klimaschutz helfen? Darum geht es in der Folge des Podcasts »Mission Energiewende«.
Eine Landschaft mit abgestorbenen Bäumen in einem Waldgebiet. Die Bäume sind kahl und ragen in den blauen Himmel. Im Vordergrund sind umgestürzte Baumstämme und spärliche Vegetation zu sehen. Im Hintergrund erstrecken sich Hügel und Berge. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Verfall und natürlicher Veränderung.

Klimalandschaften: Der Natur entgegen

Felder, Wiesen, Wälder, Moore – Menschen haben sie sich über Jahrhunderte zu Nutze gemacht, haben Häuser gebaut, Wasser, Energie, Rohstoffe genommen und dafür Flüsse begradigt, Feuchtgebiete entwässert, Flächen versiegelt und Wälder abgeholzt. Dr. Philipp Gerhard befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen Landschaft, Wasser und Klima. Und empfiehlt den Umbau ganzer Landschaften:

»Unter dem Begriff ‚Klimalandschaften‘ verstehen wir eine Landschaftsgestaltung, die die Kühlung des Klimas oder die Regulation des Klimas in den Fokus nimmt und zwar vor allem über die biophysikalischen Effekte der Landschaft.«Forstwissenschaftler Philipp Gerhardt

Klimalandschaften sind demnach kooperativ gestaltete Regionen, die durch kühlendes Grün und langsames Wasser Extreme dämpfen, Wasserkreisläufe schließen, Kohlenstoff speichern und mehr Sicherheit bringen, wenn es um die Ernte geht. Die These dahinter: Strukturreiche, wasserhaltige Landschaften fördern Konvektion und Wolkenbildung und stabilisieren das Klima in der betreffenenden Region.

Agroforst: Bäume und Sträucher aufs Feld

Wie werden aus herkömmlichen Kulturlandschaften moderne Klimalandschaften? Zum Beispiel über Baumfeldwirtschaft, also die sogenannte Agroforst. Dabei geht es um die Kombination aus Ackerbau oder Grünlandwirtschaft mit Gehölzen. Dadurch werde die Biodiversität gefördert, das Mikroklima verbessert und Bodenerosionen reduziert.

»Man kann natürlich Brennholz ernten, so wie es früher auch schon gemacht wurde. Man kann aber auch Sägeholz oder sogar recht wertvolles Holz ernten. Aber natürlich auch alle möglichen Arten von Baumfrüchten, also Obst, Nüsse oder Beeren.«Philipp Gerhardt, Buchautor und Geschäftsführer von »Die Baumfeldwirtschaft«

International gilt er als Experte und Pionier, als Brückenbauer zwischen Forschung und Praxis – Forstwissenschaftler Dr. Philipp Gerhard. Zusammen mit der Politikwissenschaftlerin und Gründerin einer gemeinnützigen Klimapraxis, Dr. Sassa Franke, hat er das Buch »Langsames Wasser, kühlendes Grün« geschrieben und veröffentlicht. Für diese Folge von »Mission Energiewende« hat Host Ina Lebedjew mit ihm unter anderem über sogenanntes Keyline Design und Potentiale gesprochen, die es aus Gerhardts Sicht zu heben gilt.

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