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Spektrum-Podcast: Wie Sport unser Gehirn beflügelt

Sport trainiert nicht nur unsere Muskeln. Auch das Gehirn profitiert durch heilsame Botenstoffe aus der Muskulatur. Diese Myokine könnten neue Therapien inspirieren.
Eine 3D-Darstellung eines Gehirns mit Armen und Beinen, das eine Hantel hebt. Die Szene ist in Blautönen gehalten, und das Gehirn steht im Mittelpunkt, umgeben von einem weichen Licht, das einen Schatten auf den Boden wirft. Die Hantel hat mehrere Gewichtsscheiben auf beiden Seiten.

Myokine könnten der Schlüssel zu einem fitten Gehirn sein. Die Botenstoffe aus den Muskeln werden beim Training freigesetzt. Im Gehirn stoßen sie Prozesse an, die Studien zufolge Gedächtnis, Stimmung und neuronale Gesundheit verbessern. Regelmäßige körperliche Bewegung stärkt demnach nicht nur unsere Muskeln und das Herz-Kreislauf-System. Sport scheint durch die Myokine auch tief in unserem Denkzentrum zu wirken. Besonders stark profitiert offenbar der Hippocampus, der für Lernen und Gedächtnis zuständig ist. Studien zeigen, dass Ausdauertraining sein Volumen vergrößern und die Gedächtnisleistung verbessern kann.

Myokine in der Medizin

Bestimmte Myokine wie Irisin sollen nicht nur neuronales Wachstum fördern, sondern wecken auch Hoffnungen in der Alzheimer- und Parkinson-Forschung. Womöglich könnten sie das Gehirn vor den Effekten solcher Krankheiten schützen.

Neben solchen positiven Effekten auf unsere kognitiven Fähigkeiten beeinflussen Myokine auch die psychische Gesundheit. Sport kann depressive Symptome lindern, unter anderem indem Myokine ein stressbedingtes Neurotoxin entschärfen und entzündliche Prozesse im Gehirn reduzieren. Gleichzeitig stimulieren sie ähnliche Signalwege wie Antidepressiva – jedoch auf natürliche Weise.

Die Forschung prüft inzwischen, ob sich diese Effekte künftig auch in der Medizin nutzen lassen. So könnten Therapien für Menschen, die keinen Sport treiben können, bei diesem Wissen ansetzen. Allerdings bleibt körperliche Bewegung ein komplexes Zusammenspiel vieler Mechanismen, das sich nicht einfach ersetzen lässt.

Anna von Hopffgarten leitet die Redaktion Lifesciences bei »Spektrum der Wissenschaft«. Im Gespräch mit Moderator Marc Zimmer erklärt sie, was bisher über die Wirkung der Myokine bekannt ist. Sie verrät auch, ob Ausdauertraining oder Kraftsport die besten Effekte fürs Gehirn haben.

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