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Geschichten aus der Mathematik: Paul Erdős und das Buch der Beweise

Mathematik kann schön sein – ein Beweis elegant, eine Formel ästhetisch. Aber was bedeutet das genau und was fand der Mathematiker Paul Erdős schön?
Eine Vielzahl bunter Zahlen in Blau, Rot und Gelb ist spiralförmig auf einem weißen Hintergrund angeordnet. Die Zahlen scheinen sich in die Mitte des Bildes zu drehen und erzeugen einen hypnotischen Effekt. Die Anordnung der Zahlen wirkt zufällig, aber die spiralförmige Struktur verleiht dem Bild eine geordnete Dynamik.

Vielleicht kennt ihr das ja: man steht im Museum vor einem Gemälde und es macht was mit einem. Es ist ganz schwierig zu beschreiben, aber irgendetwas fasziniert einen an dem Werk. Man starrt es an, minutenlang. Und man entdeckt eine gewisse Schönheit, die über die Farbgestaltung oder den Pinselstrich hinausgeht. Oder man hört ein Lied, wieder und wieder. Es lässt einen nicht los, es ist einfach schön – ganz subjektiv, ganz persönlich. Oder man ist im Ballett und die Art, wie die Tänzerinnen und Tänzer sich zur Musik bewegen, fesselt einen, sodass man keine Sekunde den Blick von der Bühne abwenden kann.

Was fand Paul Erdős schön?

So weit, so bekannt. Aber habt ihr vielleicht auch schon einmal eine Matheformel angesehen und hattet das Gefühl: Wow, die ist aber schön? Die ist elegant, die ist ästhetisch, die ist besonders, ich muss sie immer und immer wieder durchgehen? Das mag auf den ersten Blick ein bisschen abwegig wirken, sind es doch auf den ersten Blick nur ein paar Zahlen und Buchstaben. Aber so wie es eine Schönheit gibt, die über den Pinselstrich oder das perfekt ausgeführte Plié hinausgeht, verbirgt sich auch in der Mathematik eine besondere Schönheit.

Einer, der diese Schönheit der Mathematik immer wieder im Blick hatte, ist Paul Erdős. Dem Mathematiker war es gelungen, zahlreiche seiner Kollegen und Kolleginnen zusammenzubringen, um an den kleinere und manchmal auch größeren Fragen der Mathematik zu arbeiten. Und jedes Mal, wenn er in den Werken der anderen eine in seinen Augen besonders schöne Formel gesehen hat, setzte er drei dicke Striche drunter. Dann wussten alle: Achtung, schön!

Dieses »Buch der Beweise« wird, laut Erdős, von Gott selbst geführt. Es sei ein Buch, das die unausweichliche Wahrheit der Mathematik widerspiegelt, aber auch ihre erhabene Reinheit und wunderschöne Natur. Dass ausgerechnet Paul Erdős ein solches Buch »erfindet« ist schon deswegen spannend, weil er eigentlich Atheist ist. Wie das zusammenpasst und was Paul Erdős wirklich schön fand, das besprechen Manon Bischoff undDemian Nahuel Goos in der zweiten Erdős-Folge in »Geschichten aus der Mathematik«.

»Geschichten aus der Mathematik« ist ein detektor.fm-Podcast in Kooperation mit Spektrum der Wissenschaft. Die Idee für diesen Podcast ist durch Demian Nahuel Goos am MIP.labor entstanden, der Ideenwerkstatt für Wissenschaftsjournalismus zu Mathematik, Informatik und Physik an der Freien Universität Berlin, ermöglicht durch die Klaus Tschira Stiftung.

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