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Geschichten aus der Mathematik: Paul Erdős und seine FBI-Akte

Paul Erdős ist einer der bedeutendsten Mathematiker des 20. Jahrhunderts. Doch er widmet sich nicht nur einem großen Thema der Mathematik, sondern erstellt eine Liste mit vielen kleinen Problemen, die es zu lösen gilt.
Eine digitale Illustration mit mathematischen Formeln und Notationen, die in einem dreidimensionalen Raum schweben. Zu den sichtbaren Formeln gehören unter anderem \( E = mc^2 \), \( a^2 + b^2 = c^2 \), und \( \cos(-x) = \cos(x) \). Verschiedene geometrische Formen wie Dreiecke und Kreise sind ebenfalls dargestellt. Der Hintergrund ist dunkel mit einem leuchtenden, gitterartigen Muster, das Tiefe und Komplexität verleiht.

Mal angenommen, eine Person wird am 26. März 1913 geboren. Der Einfachheit halber sagen wir mal um Punkt Mitternacht. Wie viele Sekunden hätte er dann bis heute gelebt? Das ist nicht leicht zu beantworten, die meisten werden wohl länger an der Rechnung sitzen oder einfach ChatGPT & Co. befragen. Paul Erdős aber – und um dessen Geburtstag handelt es sich hier –, der konnte so etwas einfach im Kopf ausrechnen. Und zwar schon als Kind.

Das blieb aber bei Weitem nicht die einzige – oder gar beeindruckendste – Leistung von Paul Erdős, er gilt nämlich bis heute als einer der wichtigsten Mathematiker des 20. Jahrhunderts. Vor allem auch, weil er es geschafft hat, die wissenschaftliche Mathematik-Community zusammenzubringen.

Erdős ist Jude. Als der Antisemitismus in Ungarn zunimmt, verlässt er das Land. Zunächst geht er mit einem Stipendium nach England, später nimmt er seine erste Stelle in den USA an. Dort zieht er von Campus zu Campus, später lehrt er über drei Jahrzehnte an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Aber auch in dieser Zeit reist er zu zahlreichen Unis, um dort mit anderen Mathematikerinnen und Mathematikern zusammenzuarbeiten. Im Laufe seines Lebens wirkt er an etwa 1500 Publikationen mit – Rekord in der Mathewelt.

Statt sich sein Leben lang einem großen Thema zu widmen, erstellt Erdős lieber eine Liste mit vielen kleineren Problemchen der Mathematik. Bis heute haben Paul Erdős’ Theorien Auswirkungen auf ganz alltägliche Probleme: Gerade erst ist sein Name wieder besonders aktuell, wenn es um Künstliche Intelligenz und Large-Language-Modelle wie ChatGPT oder Google Gemini geht.

Wie Paul Erdős die Mathematik geprägt hat, was wir über ihn als Person wissen und warum ihn eigentlich das FBI ins Visier genommen hat, darüber sprechen Manon Bischoff und Demian Nahuel Goos in dieser Folge von »Geschichten aus der Mathematik«.

»Geschichten aus der Mathematik« ist ein detektor.fm-Podcast in Kooperation mit Spektrum der Wissenschaft. Die Idee für diesen Podcast ist durch Demian Nahuel Goos am MIP.labor entstanden, der Ideenwerkstatt für Wissenschaftsjournalismus zu Mathematik, Informatik und Physik an der Freien Universität Berlin, ermöglicht durch die Klaus Tschira Stiftung.

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